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Hui. Das war toll. Nach 10 Jahren teils intensiver Barcamp-Erfahrung habe ich am Wochenende endlich mal selbst vorne gestanden. Am Sehnsuchtsort Dangast. Hach. Ein eigenes Barcamp war schon öfter mal ein Traum. Und eines hier in die Region, am besten direkt an den Strand von Dangast zu holen, erst recht. Leider passe ich in den „Einfach mal machen-Sessions“ immer so schlecht auf, so dass es erst eines fetten Impulses von außen bedurfte.

Wobei gar ich mal ausgemacht ist, wer wen mehr geschubst hat, seit dem Treffen mit dem inzwischen zum Freund gewordenen Frank Glanert vor einem guten Jahr.

Ein Treffen mit Folgen

„Was machst Du eigentlich?“, war seine Frage. Und als wir uns ein wenig warm gequatscht hatten, rückte er mit seinem Anliegen heraus: Sein Baby enera ist nämlich nicht nur eine technische Herausforderung, sondern vor allem eine kommunikative. „Wie kann man es schaffen, Menschen aus der Region das komplizierte und wenig emotionale Thema Energiewende näher zu bringen? Wie motivieren wir sie, sich selbst einzubringen und sich mit den Akteueren des Projekts zu verbinden. Und wie inszenieren wir das idealerweise so, dass es über die Region hinausstahlt?“

Ich hatte natürlich noch ein paar andere Ideen, aber „Lass und ein Barcamp machen!“ habe ich wohl öfter als einmal gesagt. Nachdem wir die unvermeidliche Frage „Ein was?“ geklärt hatten, war Frank Feuer und Flamme und fortan war er der Treiber und ich vor allem Mentor.

Habemus Barcamp Dangast

Das Ergebnis unserer Zusammenarbeit war eine Einladung zum ersten Barcamp Dangast, das am vergangenen Wochenende im Weltnaturerbeportal und am Dangaster Strand stattgefunden hat.

Natürlich plagten mich wie wohl jeden Barcamp-Veranstalter vorab die typischen Sorgen. Wir hatten zwar zwischenzeitlich 70 Anmeldungen. Aber würden die auch alle kommen? Und bringen die genug Themen mit, um unser Sessionboard zu füllen? Natürlich waren die Sorgen wie so oft unbegründet. Am Freitag kamen gut 50, am Samstag um die 40 Teilnehmerinnen und brachten so viele Sessions mit, dass wir am Samstag mitten in der Sessionplanung den Tag kurzerhand um eine Stunde verlängern mussten und wollten.

An der Küste treffen Barcamper auf echte Menschen

Besonders spannend für mich als alter Barcamphase war die Zusammensetzung der Teilnehmerinnen. Die typische Barcamp-Gemeinde direkt beim ersten mal an die Küste zu locken war erwartungsgemäß schwer. Doch Dank Frank als Partner und der enera im Rücken mischte sich diese Klientel mit zahlreichen Teilnehmerinnen aus der Region – vom solarbegeisterten Elektriker bis zur Social Media-skeptischen Physiklehrerin – sowie einigen Interessierten aus dem enera-Konsortium, die teils sogar aus Leipzig anreisten.

Es ist immer wieder faszinierend wie unter Barcamp-Bedingungen innerhalb kürzester Zeit aus einer so heterogenen Menge leicht skeptischer Neulinge in der Vorstellungsrunde eine eingeschworene Gruppe am Austausch vernarrter Expertinnen zusammenwächst. So auch in Dangast. Breitgefächerte Themen aus den Bereichen Social Media, Energiewende und Elektromobilität, Projektmanagement bis hin zu lebenspraktischen Fragen wie dem Kauf einer Küche würden intensiv und offen vorgestellt und diskutiert.

Übrigens: Mein wichtigstes Take-Away stammt aus der Session von Michael Janssen. Auch fürs Podcasten gilt: Einfach mal machen. Das passende Headset wird noch diese Woche bestellt. Versprochen.

Entspannt Dank enera und Canon

Das Barcamp Dangast war für mich trotz Moderatorenrolle überwiegend entspannt. Diesen Umstand verdanke ich neben Frank als Antreiber nicht zuletzt auch Daniel Friederich und „Mr. Einfach mal machen“ Kim Granz, die im Hintergrund für die notwendigen Basics gesorgt haben. Sie zeichnen auch für die tolle Fotowand mit allen Teilnehmern drauf verantwortlich. Mit dem schnuckligen von Canon via wildcard zur Verfügung gestellten Fotodrucker Selphy konnten sie direkt am Checkin von jedem ein Foto schießen, ausdrucken und mit Namen und Hashtags versehen für alle Teilnehmerinnen sichtbar aufhängen.

Fazit: Ich kann Barcamp auch von vorn. Dangast ist zur Recht ein Sehnsuchtsort. Dauerregen ist nicht toll, aber wenn der Himmel zur Abschlusssession aufreißt, ist selbst der erträglich.

Das erste #Barcamp, dass am Strand endet? ? #bcDAN17 #dangast #barcamp

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Bis nächstes Jahr

Von der Abschlusssession konnten Frank und ich dann auch einen klaren Auftrag mitnehmen: Nächstes Jahr wollen die meisten wieder nach Dangast kommen. Wenn dann jede noch eine zusätzliche Besucherin begeistert, müssen wir uns auch überhaupt keinen Kopf mehr um ausreichend Resonanz machen. Nach einem gemeinsamen erneuten Blick in den Kalender haben wir mal den 07./08. September ins Auge gefasst uns auf den 21./22. September 2018 festgelegt. Save the Date. Bis dahin gibt es dann auch ein Logo und eine Facebook-Seite.

 

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