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Der Adel ist abgeschafft..

11. Februar 2009 1.889 Leser Ein Kommentar Kommentare abonnieren

… und übrigens nicht erst seit gestern oder seit 1945 oder 1949 oder 1990. Abgeschafft ist der Adel – bzw. dessen Vorrechte – vielmehr schon seit in Kraft treten der Weimarer Reichsverfassung im Jahre 1919, also seit bald 90 Jahren.

“Öffentlich-rechtliche Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes sind aufzuheben. Adelsbezeichnungen gelten nur als Teil des Namens und dürfen nicht mehr verliehen werden.”
(Weimarer Reichsverfassung, Art. 109, Abs. 2)

Die ehemaligen Adeligen sind über den Verlust ihrer Vorrechte und Titel weitgehend hinweg. Das mag auch daran liegen, dass sie zwar abstrakte Rechte, meist jedoch nicht ihr Vermögen verloren haben. Zudem lässt es das Namensrecht zu, dass sie einen – wenn auch niederen – Titel weiterhin im bürgerlichen Nachnamen führen dürfen.

Nicht verkraftet hat die Abschaffung des Adels hingegen der Boulevard. Wie sonst ist zu erklären, dass nach der Ernennung des neuen sogenannten Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg offenbar nichts Wichtigeres zu vermelden war, als seine angeblichen elf Vornamen.

Heranzukommen an die nicht enden wollende Reihe durchaus wohlklingender Vornamen war auf einfachem Wege nur bei Wikipedia. Doch dort hatte ein ahnungsvoller Schelm genau zum richtigen Zeitpunkt einen Wilhelm eingeschmuggelt und damit zweierlei bewiesen: Der Umgang mit Wikipedia erfordert mehr Medienkompetenz, als er auf dem Boulevard – von Bild bis Handelsblatt – vorhanden ist. Und: Eine Konzentration auf relevante Fakten, könnte einen glatt vor grobem Unfug bewahren.

Hereingefallen ist übrigens auch meine NWZ. Anders als beim Handelsblatt ist ihr das bis jetzt nicht aufgefallen. Oder lohnt sich Korrigieren nicht? Ist ja nur online.

elfvornamen_nwz

Ausschnitt aus NWZonline

Meiner Hassliebe im Westen war der Wilhelm schließlich sogar eine Klickstrecke wert.

Nachtrag: (Kleine) Fehler zu machen, ist nicht so schlimm. Die kann man ja korrigieren. Ich selbst bevorzuge es, wenn das transparent geschieht. Die NWZ korrigiert lieber still und leise. Und dabei unterlaufen dann Fehler, die wirklich peinlich sind:

Ausschnitt aus der "korrigierten" NWZonline

Ausschnitt aus der "korrigierten" NWZonline

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Ein Kommentar »

  • 50hz - Werkstatt für Netzkommunikation sagte:

    Noch mal kurz zum Wilhelm…

    Die Wogen um den falschen Wilhelm im zu Guttenberg gehen hoch. Ich habe dazu eine klare Meinung. Die Wikipedia ist gut, weil sie ist wie sie ist. Medien dürfen sich in großer Eile gerne einmal auf sie verlassen, sollten das aber bitte transpa…

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