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Logo Wilhelmshavener ZeitungDie Wilhelmshavener Zeitung hat mich gebeten, von Zeit zu Zeit die Kolumnenspalte auf der Multimedia-Seite zu füllen. Kürzlich habe ich eine Nummer 8 zum Thema Instagram verfasst.

Ein gutes Foto zu machen, war eine große Kunst. Der Moment, das Licht, der Ausschnitt. Dafür brauchte es Erfahrung und Gespür. Oft spielte auch die Auswahl der Kamera, des Objektivs, des Films und das Entwicklungsverfahren eine Rolle.

Die Digitalisierung der Fotografie hat die Preise fallen und die Zahl der Schnappschüsse explodieren lassen. Digitaler Speicherplatz ist im Vergleich zu Filmen und Fotoablen quasi kostenlos. Die digitale Bildbearbeitung befreite zudem von der Notwendigkeit, das perfekte Foto schon mit dem Auslöser in den Kasten zu holen. Ausschnitt, Licht, ja sogar ein fehlendes Lächeln lassen sich am Computer hinzufügen.

Mittlerweile ist die Bildbearbeitung soweit automatisiert, dass sie in jedes Smartphone passt. Mit ein paar Klicks können aus wackligen Schnappschüssen kleine Kunstwerke werden. Das ist die Basis der Erfolgsgeschichte der App Instagram.

Instagrams Grundidee: Ein Bild sagt mehr als 140 Zeichen. Statt den Alltag via Twitter im Stenographen-Stil zu dokumentieren wird fotografiert. Damit das trotz der eingeschränkten Fähigkeiten der Handy-Kamera und ihrer Benutzerrinnen gut aussieht, sind Instagram-Fotos grundsätzlich 640 Pixel im Quadrat klein. Die eingebauten Filter korrigieren bzw. kaschieren unzureichendes Licht, fehlende Schärfe und schlappe Farben.

Geteilt werden die Fotos und kurze Kommentare mit der mindestens 150 Mio. Mitglieder starken Instagram-Community, über Links auf Twitter und besonders gerne auf Facebook, zu dessen Konzern Instagram seit 2012 gehört. Neben Fotos lässt Instagram seit geraumer Zeit auch kurze Videos zu. Insgesamt ein größer Spaß. Für Fotografen aber auch für Fotoliebhaber.

Übrigens: Pssst. Ein wirklich gutes Foto zu machen, ist noch immer eine große Kunst. Unsere Schnappschüsse sind nur weniger schrecklich geworden.

Bisherige Ausgaben dieser Kolumne:

I: Facebook? Vergessen Sie es!
II: Es macht einen Unterschied
III: Auf zur Unkonferenz
IV: Facebook im Katastropheneinsatz
V: Ein Schiff wird kommen
VI: Ist WhatsApp jetzt böse?
VII: Sicherer im Internet