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Logo Wilhelmshavener ZeitungDie Wilhelmshavener Zeitung hat mich gebeten, von Zeit zu Zeit die Kolumnenspalte auf der Multimedia-Seite zu füllen. Kürzlich erschien die Nummer 7 zum Thema Sicherheit und Privatsphäre.

Im Internet sind Sicherheit und eine geschützte Privatsphäre keine Selbstverständlichkeit. Das gilt im Grunde auch für die Kohlenstoffwelt. Ohne einen gesetzlichen Rahmen, ein gehöriges Maß an kultureller Prägung und etwas eigene Anstrengung wären weder unsere kleinen Geheimnisse noch unser Hab und Gut vor alltäglichen Angriffen sicher.

Im „richtigen“ Leben ist die Existenz einer gewissen Ordnung nur so allgegenwärtig, dass wir den dafür nötigen Aufwand gar nicht bemerken. Ganz unbewusst bemühen wir uns auch selbst um Sicherheit und Privatsphäre: Wir verstauen Wertvolles in Taschen, die wir eng am Körper tragen. Wir suchen uns eine ruhige Ecke in der Kneipe, wenn es um Intimes oder Geschäftliches geht. Wir schließen unsere Türen ab und ziehen die Vorhänge zu, wenn es dunkel wird.

Wenn wir uns ins Internet begeben, wird es etwas komplizierter. Die Infrastruktur macht es uns im Virtuellen nicht leicht, Vorhänge und Türen für Neugierige zu verschließen. Oftmals fehlt es auch an einer Kultur, die der Neugierde Einhalt gebietet. Und manchmal gehen – wie jüngst beim Heartbleed-Fehler des SSL-Protokolls – fast alle unsere Schlüssel gleichzeitig kaputt. Es wird Kraft kosten und lange dauern, bis Gesetze, Institutionen und eine adäquate Kultur im Internet eine ähnliche Zivilgesellschaft garantieren, wie wir sie kennen.

Wir können das Internet nicht in letzter Konsequenz sicher machen. Mit ein wenig Mühe kann aber jede dazu beitragen, es etwas sicherer zu gestalten. Wie das ganz praktisch geht? So: Passwörter wie gute Haustürschlüssel gestalten und verwahren, mit Threema verschlüsselt plaudern statt mit Whatsapp auf der Tanzfläche krakeelen, Mails mit Posteo wie Briefe verschlossen statt wie meist offen wie Postkarten versenden und das offene WLAN nie ohne VPNs wie Freedome von F-Secure nutzen.

Bisherige Ausgaben dieser Kolumne:

I: Facebook? Vergessen Sie es!
II: Es macht einen Unterschied
III: Auf zur Unkonferenz
IV: Facebook im Katastropheneinsatz
V: Ein Schiff wird kommen
VI: Ist WhatsApp jetzt böse?