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Trotz meiner großen Zuneigung zu Software und Apps aus dem Hause Google bin ich in Sachen Hardware Apple weiterhin treu. Aktuell nutze ich ein MacBook Air als Arbeitsplatz und ein iPhone 5s als Telefon. Klar, dass ich auch die Apple Watch irgendwann mal ausprobieren musste. Auch wenn ich dazu nach über 30 Jahren erstmals wieder eine Armbanduhr tragen sollte.

NettoDank Netto – ja Netto, dieser Discounter in gelb-rot – ergab sich dafür im Dezember eine angenehm unkomplizierte Gelegenheit. Netto hat nämlich eine Smartphone-App am Markt, deren Kernfunktion ziemlich gut auf eine Smartwatch passt. Um die Bekanntheit der App zu steigern, verleiht Netto die Watch regelmäßig an ausgewählte Bloggerinnen.

(Transparenz-Hinweis am Ende des Textes.)

Fragt mich bitte nicht, welche Watch da im Dezember per Kurierpost in Büppel ankam. Sie war schwarz, hatte ein sehr angenehm zu tragendes Kunststoffarmband und war Apple-typisch aufwändig verpackt. Spannend in diesem Zusammenhang: Die Watch ist sogar noch viel aufwändiger verpackt als iPhone, iPad und MacBook zusammen. Ob das über den doch eher mageren Nutzen hinwegtrösten soll?

Watch-Fazit: Keine Kompromisse

Denn das war mein Fazit zur Watch schon nach wenigen Tagen. Das Ding ist eine genial konzipierte Spielerei. Für mich aber keinesfalls mehr. Das mag daran liegen, dass mich das Body-Tracking wenig interessiert. Abseits davon ist die Watch aber eben nur eine weitere Benutzer-Oberfläche des iPhones. Und zwar eine ziemlich kleine. Sogar so klein, dass ich bei keiner meiner regelmäßig genutzten Apps einen Nutzwert für mich feststellen konnte, der mich nicht lieber direkt zum iPhone greifen ließe. Ich bin offensichtlich so sehr auf das Device Smartphone konditioniert, dass ich für Kompromisse nicht zur Verfügung stehe.

netto-app_collage

Ganz anders mein Eindruck von der Netto-App. Das ist wirklich mal – und ganz unabhängig von der Apple Watch – ein nützliches Stück Software. Selbst für mich, der eher selten einen Discounter von innen sieht, da wir unseren täglichen Bedarf auf dem Wochenmarkt, im Bioladen und in einem Verbrauchermarkt decken.

Zahlungsfunktion: Proprietär aber praktisch

Für mich im Zentrum der App steht die Zahlungsfunktion. Um sie nutzen zu können, muss man zwar ein angemessen kompliziertes Verfahren zur Autorisierung durchlaufen – es geht immerhin um Geld. Doch danach ist Bezahlen an der Netto-Kasse bestechend einfach. App öffnen, kurz kontrollieren, ob die richtige Filiale eingestellt ist, die App mit PIN oder Fingerabdruck autorisieren und an der Kasse die angezeigte vierstellige Zahl mitteilen. Fertig.

Das Mitnehmen des Bons kann man sich übrigens sparen. Der wird einem sowohl via App als auch zusätzlich per E-Mail übermittelt. Sehr praktisch.

Weitere spannende Funktionen: Ein elektronischer Einkaufszettel, der sich auch per EAN-Scanner vorm Kühlschrank befüllen lässt und eine immer aktuelle Liste der Sonderangebote der aktuellen Filiale. Erstmals in meinem Leben habe ich so bewusst Sonderangebote eines Supermarktes genutzt. Für Coupon-Füchse und Punktesammler fraglos ebenfalls interessant. Aktuelle Coupons werden beim Bezahlen mit der App automatisch eingesetzt und die Punkte der Deutschland Card – ich hab sowas ja nicht – gutgeschrieben.

Auch wenn ich Netto mittlerweile wieder weniger beachte – siehe oben – bleibt die App auf dem iPhone. Das Zahlungssystem ist zwar proprietär, aber gleichzeitig so komfortabel, dass ich das System sogar Gelegenheitsnutzern uneingeschränkt empfehlen kann.

Netto: Neue Filialen halten mit REWE und EDEKA mit

Spannender Nebeneffekt der App: Natürlich war und bin ich Dank der App aufmerksamer für die Marke Netto. In Folge dessen bin ich nun bereits mehrfach in für mich neue Filialen geraten. Darunter auch solche, die nach dem aktuellen Design eingerichtet wurden. Netto machte auf schon immer einen wertigeren Eindruck als Lidl oder Aldi. Aber in diesen neuen Filialen kann Netto rein optisch gut mit REWE oder EDEKA mithalten.

Transparenz: Ich bin mit dem Manager Social Media und Medien von Netto Florian Schleinig befreundet, was den Zugang zur Watch sicher noch etwas einfacher gemacht hat. Über die Bereitstellung der Watch für maximal vier Wochen hinaus habe ich keinerlei Vergütung oder Vergünstigung von Netto erhalten. Für diesen Artikel gab es keinerlei Vorgaben oder Beschränkungen.