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tl;dr: Die REDS.box von Flowy Apps eröffnet einen neuen Weg für mehr Sicherheit beim Cloud Computing. Jetzt noch schnell bei Kickstarter dabei sein.

Absolute Sicherheit beim Cloud Computing ist eine Illusion. Das Arbeiten in der Cloud relativ sichererer zu machen hingegen eine Tugend. Ein erster Schritt auf diesem Weg ist, sich darüber bewusst zu sein, wovor man überhaupt sicher sein will.

Meine Sicherheit in der Cloud heißt Google

Meine persönlichen Präferenzen führen dann bspw. dazu, dass ich in hohem Maße auf Google setze. Vor allem Google versteht es nachhaltig, mir ein Gefühl der Zuverlässigkeit zu vermitteln. Die von mir genutzten Dienste sind gefühlt immer verfügbar, die Übertragungswege sind im technischen Sinne gut abgesichert und meine Daten scheinen in den Datencentern des Konzerns vor offensichtlich unbefugten Zugriffen geschützt. Mir ist sehr wohl bewusst, dass meine Haltung in mindestens zweierlei Hinsicht naiv ist. Zum beruht mein Vertrauen auf Erfahrung aus der Vergangenheit, die ich einfach für die Zukunft extrapoliere. Angesicht der Datenmengen, die ich Google anvertraue, ein ohne Frage leichtsinniges Vorgehen. Zum anderen weiß ich sehr wohl, dass meine Daten bei Google für Dritte – Mitarbeiter, Geheimdienste etc. – zumindest theoretisch zugänglich sind.

Manch andere möchte beim Thema Sicherheit weniger auf Dritte vertrauen und speichert sensible Daten daher lieber auf eigenen Systemen am besten in eigenen Räumen. Das geht kompliziert mit selbst aufgesetzten Systemen oder auch weniger kompliziert, wenn man zum Beispiel auf Protonet setzt. Abgesehen von deutlich höheren Kosten und tendenziell größeren Risiken im Betrieb, gilt es aber nach wie vor zu vertrauen. Auf das eigene Können, Hardwarehersteller und die Fähigkeiten und nicht zuletzt die Loyalität von Programmiererinnen. Zudem muss man auf Komfort verzichten. Für überschaubare Ökosysteme wird sich kaum eine ähnlich Verfügbarkeit von Apps herausbilden, wie etwa für Google.

REDS.box von Flowy Apps

Das Kieler Startup Flowy Apps hat am letzten Donnerstag im Betahaus einen weiteren Weg zu mehr Sicherheit im Cloud Computing vorgestellt. Mit der REDS.box und dem Framework REDS.io entwickeln sie ein System, bei dem alle sensiblen Daten verschlüsselt in Eurem Wohnzimmer lagern, das Computing jedoch weitgehend in die Cloud bzw. auf die Endgeräte verlagert wird. Das erlaubt es, die Hardware im Wohnzimmer äußerst kompakt zu bauen und kostengünstig anzubieten. Zugriff auf die Daten erhalt man mit Apps, die auf dem Framework REDS.io entwickelt werden. Flowy Apps wird mit Apps zur Dateiverwaltung, für den Austausch von Notizen, einer Kalender- sowie einer Kontakte-App an den Start gehen. Auf dem offenen Framework können jedoch auch Dritte eigene Apps entwickeln.

Auch dieser Ansatz ist bestimmt nicht der Stein der Weisen. Ich glaube jedoch, dass die REDS-Idee die große Zielgruppe derjenigen adressiert, die Vertrauen stark mit dem physischen Zugriff und den eigenen vier Wänden verbinden, gleichzeitig aber weder über das Wissen noch über die finanziellen Mittel verfügen, auf selbst verwaltete Systeme zu setzen.

Wenn die REDS.box einerseits so unkompliziert an den Start zu bringen ist wie versprochen und einigermaßen zuverlässig läuft sowie andererseits sich ein attraktiver Strauß von Apps entwickelt, hat das ganze zumindest die Chance auf eine große Nische. Und vielleicht ja auch mehr.

Kickstart REDS.box

Auf Kickstarter sammelt Flowy Apps gerade 50.000 Euro für den Produktionsstart ein. Die Kampagne läuft noch 3 Tage und noch ist das Ziel nicht ganz erreicht, sollte aber zu schaffen sein. Ich halte einen Einstieg für durchaus spannend. Das System hat eine Chance auf den nächsten Schritt verdient. Und wer jetzt einsteigt, ist vielleicht von Anfang an bei etwas Großem dabei.

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