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	<title>50hz - Werkstatt für Netzkommunikation &#187; Bürgerbegehren</title>
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		<title>B&#252;ppel, Birken, B&#252;rgerwille</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Nov 2008 09:15:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Djure Meinen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus Büppel]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt Tage, da schl&#228;gt man morgens die Zeitung auf und denkt, &#8220;Zwickt mich bitte mal einer? Das kann doch nicht stimmen.&#8221;
Heute war so ein Tag. Der Gemeinn&#252;tzige (ja! so hei&#223;t der Lokalteil der NWZ f&#252;r die Friesische Wehde tats&#228;chlich) titelt &#8220;Keine Gnade f&#252;r die Birken.&#8221;
F&#252;r meine Leser von au&#223;erhalb kurz zum Hintergrund: F&#228;hrt man aus Varel kommend nach B&#252;ppel hinein reihen sich entlang der Stra&#223;e rechter Hand 15 ungew&#246;hnlich pr&#228;chtige Birken. Diese B&#228;ume sind fast so alt wie ich, also gute 30 Jahre. Auf jeden Fall stehen sie dort ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.50hz.de/wp-content/uploads/2008/11/birken_bueppel_herbst.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-554" title="birken_bueppel_herbst" src="http://www.50hz.de/wp-content/uploads/2008/11/birken_bueppel_herbst.jpg" alt="" width="300" height="275" /></a>Es gibt Tage, da schl&#228;gt man morgens die Zeitung auf und denkt, &#8220;Zwickt mich bitte mal einer? Das kann doch nicht stimmen.&#8221;</p>
<p><strong>Heute war so ein Tag. Der Gemeinn&#252;tzige (ja! so hei&#223;t der Lokalteil der <a href="http://www.nwzonline.de/">NWZ</a> f&#252;r die Friesische Wehde tats&#228;chlich) titelt &#8220;<a href="http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_kreis_friesland_varel_artikel.php?id=1838986">Keine Gnade f&#252;r die Birken</a>.&#8221;</strong></p>
<p>F&#252;r meine Leser von au&#223;erhalb kurz zum Hintergrund: F&#228;hrt man aus <a href="http://www.varel.de">Varel</a> kommend nach <a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=b%C3%BCppel&amp;sll=51.151786,10.415039&amp;sspn=12.804258,32.783203&amp;ie=UTF8&amp;ll=53.379437,8.144302&amp;spn=0.047513,0.128059&amp;z=13&amp;g=b%C3%BCppel">B&#252;ppel</a> hinein reihen sich entlang der <a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=b%C3%BCppel&amp;sll=51.151786,10.415039&amp;sspn=12.804258,32.783203&amp;ie=UTF8&amp;ll=53.380842,8.140751&amp;spn=0.001485,0.004002&amp;t=k&amp;z=18">Stra&#223;e rechter Hand</a> 15 ungew&#246;hnlich pr&#228;chtige Birken. Diese B&#228;ume sind fast so alt wie ich, also gute 30 Jahre. Auf jeden Fall stehen sie dort schon so lange, dass sich nur wenige B&#252;ppeler daran erinnern k&#246;nnen, wie die Stra&#223;e dort begr&#252;nt war, bevor die Birken gepflanzt wurden.</p>
<p>Bereits Anfang 2007 war von 18 Haushalten aus <span id="more-548"></span>der Umgebung der Birken gegen&#252;ber der Verwaltung das Begehren ge&#228;u&#223;ert worden, die B&#228;ume zu entfernen. Begr&#252;ndung: Birken machen Dreck (Bl&#228;tter, Bl&#252;ten, Samen), belasten Allergiker (Pollen) und besch&#228;digen den Radweg. Zudem seien die B&#228;ume so gro&#223;, dass sie eine Gefahr f&#252;r die anliegenden H&#228;user darstellten.</p>
<p>Das Begehren war seitens des zust&#228;ndigen Ausschusses zun&#228;chst abgelehnt worden. &#220;ber ein Jahr sp&#228;ter gab es dann aber doch eine von SPD-Fraktion und einem Gr&#252;nen Ratsherrn getragene Mehrheit f&#252;r die Abholzung. Um dem Beschluss das Konfliktpotential zu nehmen, wurde zudem festgelegt, dass die Abholzung &#252;ber mehrere Jahre gestreckt wird.</p>
<p>Dennoch regte sich in B&#252;ppel erstaunlicher Widerstand: Durch einfaches Auslegen einer Unterschriftenliste beim B&#252;ppeler B&#228;cker wurden innerhalb k&#252;rzester Zeit &#252;ber 600 Unterschriften gesammelt. Bei einer Wohnbev&#246;lkerung von ca. 2.200 Personen ein erstaunliches Ergebnis. Die Unterschriftenlisten wurden dem B&#252;rgermeister &#252;bergeben, der sie &#8211; so h&#246;rt man &#8211; sehr wohlwollend entgegen genommen hat.</p>
<p>Unter den B&#252;ppelern machte sich danach das Gef&#252;hl breit, jetzt sei ja alles klar. Nach einem so eindeutigen B&#252;rgervotum w&#252;rde der Rat seinen Beschluss kaum aufrecht erhalten.</p>
<p>Doch leider wurde die Rechnung ohne die SPD-Fraktion gemacht. Die hat n&#228;mlich am Montag &#8211; und damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt &#8211; mit ihrer Ausschussmehrheit den Beschluss zur Beseitigung best&#228;tigt.</p>
<p>Ich will der SPD-Fraktion nicht unterstellen, sie habe sich die Entscheidung leicht gemacht. <strong>Dennoch glaube ich, dass die Entscheidung falsch ist. Aus fachlichen Gr&#252;nden aber auch &#8211; und das wiegt schwerer &#8211; aus politischen Gr&#252;nden.</strong></p>
<p>Ich denke, es besteht weitgehend Einigkeit dar&#252;ber, dass wir die Frage nach dem Erhalt von Baumbestand nicht an den Interessen einzelner Anlieger ausrichten k&#246;nnen. Stra&#223;enb&#228;ume erf&#252;llen wichtige Funktionen. Laubfall, unerw&#252;nschter Schattenwurf und andere Nebenerscheinungen sind also hinzunehmen. Ginge es nicht um Birken, sondern Bergahorn, w&#228;re es kaum zu dieser Entwicklung gekommen.</p>
<p>Weg sollen also Birken, nicht B&#228;ume. Die Birke hat zugegeben zwei objektiv nachvollziehbare Nachteile: Sie hat sehr aufdringliche Samen und sie belastet Allergiker in besonderer Weise. Doch auch andere B&#228;ume haben Nachteile. Pappelsamen sind auch keine Freude, Ahornsamen keimen oft wie ges&#228;t, Linden honigen stark, das Laub von Eichen verrottetÂ  nur schwer.</p>
<p>Und den Allergikern sei gesagt, dass eine Beseitigung der Birken an dieser Stelle kaum Wirkung zeigen d&#252;rfte. Die Birke ist nach meinem Eindruck neben der Eiche der h&#228;ufigste Laubbaum in B&#252;ppel zu sein. Den Birkenpollenflug merklich einzuschr&#228;nken w&#252;rde nur gelingen, wenn man halb B&#252;ppel entlaubte.</p>
<p>Dass Samen und Pollen als Argument gegen Birken alleine nicht ausreichen, scheint auch den Bef&#252;rwortern der Beseitigung klar zu sein. Deshalb werden weitere Argumente in Feld gef&#252;hrt, die jedoch allesamt fehl gehen:</p>
<p>So bef&#252;rchten Anwohner, die Birken k&#246;nnten bei Sturm auf Ihre H&#228;user fallen. Das ist jedoch kaum wahrscheinlich. Zum einen sind die B&#228;ume gesund und standfest, au&#223;erdem neigen sie sich mit der Hauptwindrichtung gen Stra&#223;e. Und schlie&#223;lich spr&#228;che dieses Argument f&#252;r die Beseitigung nahezu jeden gr&#246;&#223;eren Stra&#223;enbaumes in der Stadt.</p>
<p>Angeblich besch&#228;digen Birken auch den unter ihnen verlaufenden Radweg und die Stra&#223;e. Eine Ortsbesichtigung zeigt jedoch das Gegenteil. Der Radweg entlang der B&#252;rgermeister-Osterloh-Stra&#223;e ist insgesamt eher eine Zumutung. Doch ausgerechnet im Bereich der Birken ist er in einem vergleichsweise guten Zustand.</p>
<p>Schlie&#223;lich wird der geringe Wert der Birke ins Feld gef&#252;hrt und die geringe Lebenserwartung ins Feld gef&#252;hrt. Dieses Argument ist haneb&#252;chen. Der forstwirtschaftliche Wert spielt f&#252;r die Beurteilung eines Stra&#223;enbaumes eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es vorwiegend um &#228;sthetische Fragen.</p>
<p>Und damit sind wir bei dem entscheidenden Missverst&#228;ndnis. W&#228;hrend die SPD im Rat glaubt es ginge um B&#228;ume, scheinen die B&#252;ppeler vor allem an einem gewachsenen Ortsbild zu h&#228;ngen. F&#252;r die meisten, die hier wohnen, bilden die Birken gewisserma&#223;en den Ortseingang. Wenn man nach der Arbeit oder vom Einkauf aus der Stadt nach B&#252;ppel f&#228;hrt, zeige die B&#228;ume an, dass man jetzt wieder zu Hause ist. Da bedeutet, dass selbst dann, wenn in 10 oder 20 Jahren erste B&#228;ume aus Altergr&#252;nden fallen m&#252;ssen, dort wieder Birken zu pflanzen w&#228;ren. Und nicht etwa Bergahorn.</p>
<p><strong>Abschlie&#223;end noch kurz zur politischen Einsch&#228;tzung.</strong> In B&#252;ppel konnten ohne gro&#223;e M&#252;he &#252;ber 600 Unterschriften f&#252;r den Erhalt der Birken gesammelt werden. Damit w&#228;re bezogen auf die B&#252;ppeler Wohnbev&#246;lkerung das Quorum f&#252;r ein B&#252;rgerbegehren mehrfach erf&#252;llt. Selbst wenn nur die H&#228;lfte der Unterschriften g&#252;ltig sind, w&#228;re dies immer noch der Fall.</p>
<p>Sich &#252;ber ein solch klares Votum hinwegzusetzen braucht, wie ich finde, gewichtigere Argumente als ein wenig Birkensamen auf dem Teppich. Ich w&#252;rde mir w&#252;nschen, dass die SPD-Fraktion &#252;ber diese Frage bis zur Sitzung des Verwaltungsausschusses noch einmal gr&#252;ndlich nachdenkt.</p>
 <p><a href="http://50hz.de/?flattrss_redirect&amp;id=548&amp;md5=bbb5dbde0bed40d1f10fa3cfa94880dd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://50hz.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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