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Vodafone war gestern mutig,.. (Update III)

.. hat aber leider so ziemlich alle nur denkbaren Fehler (Danke Tapio!) gemacht. Der Schaden der Aktion für Vodafone dürfte überschaubar sein, doch Hand in Hand mit Scholz & Friends und ein paar Bloggern hat der rote Riese der Social Media Branche einen Bärendienst erwiesen? Der Markt ist erst mal tot. Oder doch nicht?

Musste das sein?

Übrigens: Mit den 200.000.000 Euro hätte man 10.000 A-Uploader 10 Jahre lang mit einem 2.000 Euro schweren Jahresvertrag ausstatten können. Die Media Coverage wäre gigantisch gewesen und der Markt für Magenta dauerhaft verstopft. Die Zahl 200 Millionen war von off the record ins Spiel gebracht worden und ist offenbar ein wenig zu hoch. Inzwischen spricht off the record von 60 bis 80 Millionen.

Nachtrag: Inzwischen hat Nico Lumma – Social Media Vordenker bei S+F – erfrischend offen das über die Kampagne geschrieben, was möglicherweise die Journalisten bei der Pressekonferenz nicht verstanden hätten, was jedoch für die Zuschauer im Netz die bessere Botschaft gewesen wäre.

Statt der glatten Brandmanager hätten der kernige Fritz Joussen und der schluffige Nico eine richtig gute Figur abgeben können. Die Kritik wäre – da bin ich sicher – ganz anders ausgefallen.

Ich bin weitgehend versöhnt und dennoch nicht begeistert. Und eine Frage hätte ich noch: Wäre es nicht ehrlicher zuzugestehen, dass es bei dieser Kampagne nur in zweiter Linie um den Kunden und erster Linie um interne Prozesse geht? (Aber nein: Man muss es mit der Authentizität auch nicht übertreiben ;-)

Nachtrag II: Der ix hat den Text von Nico für uns zu übersetzen versucht. Eine gelungene Satire, die den Finger in die Wunde legt.

Als bescheidener und optimistischer Realist verstehe ich den Umstand, dass Nico solche “Vorlagen” schreiben kann, trotz allem als Zeichen, dass Vodafone sich verändern wird.

Ob mich Vodafone als Kunde oder gar Markenbotschafter gewinnen kann, wird sich jedoch – da bin ich ganz bei mspr0 – einzig allein anhand der Produkte entscheiden.

Nachtrag: Die fachlich bislang beste Analyse der Fehler von Vodafone und S+F habe ich übrigens bei Mark Pohlmann gefunden.

Veröffentlicht von

Ich bin Djure Meinen, ein 43 Jahre alt gewordener Digital Resident aus Büppel (Varel) am Jadebusen.

16 Kommentare

  1. 200.000.000 Millionen Euro?

    Wahnsinn – damit hätte man sogar alle A- bis Z-Uploader 20 Jahre lang mit einem 20.000 Euro Vertrag ausstatten können. ;-)

  2. Naja. In 10 bis 20 Jahren wird die Zahl der A bis C-Uploader (vielleicht) ja noch ein wenig zunehmen :-p

  3. Aber warum soll der Markt tot sein? Das halte ich für überschätzt.

  4. @_jrg Weil jetzt alle schwankenden Entscheider in Sachen Social Media mit dem Finger auf Vodafone zeigen und uns sagen werden: “Seht ihr, geht nicht.”

  5. Ja, Tünkram, und dass auch noch live übertragen und für alle Zeiten archiviert. Tünkram aber auch, dass der Markt – welcher Markt eigentlich? – tot sein soll. Jetzt gehts erst richtig los.

  6. @Sascha Stoltenenow: Hihi. Ich meine den Markt für gut gemachte Social Media Kommunikation in Unternehmen vom Formate Vodafone. Natürlich ist der Markt nicht tot. Aber jetzt gilt es an einem weiteren schlechten Vorbild vorbei zu argumentieren.
    Schade eigentlich. Denn vermutlich ist Vodafone auf einem guten Weg. Nur mit dieser Praecox-Konferenz haben sie erst mal drei Schritte rückwärts gemacht.

  7. @Ulrike: Hach diese Rheinländer!

    *Tünkram: Hamburgisch für nicht ganz so schlimmen Unsinn.
    *Praecox-Konferenz (PK): Eine zur Unzeit – zu früh – abgehaltene Pressekonferenz mit falschen Sprechern vor falschem Publikum. Oder so ;-)

  8. @Djure: seit wann halten mich denn schlechte Vorbilder davon ab, etwas besser zu machen? Wenn einer bei den olympischen Spielen mit 1,90 m den Weitsprungwettbewerb eröffnet (Vodafone) werden die Wettbewerber doch nicht aufgeben, oder?

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