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LiquidFriesland im Online-Seminar: Partizipation 2.0 – Unsere Demokratie im Netz

Ich bin kurzfristig für einen Vortrag in einem Online-Seminar der Friedrich-Naumann-Stiftung angefragt worden, den ich gerne übernommen habe. Das Seminar läuft schon ein paar Tage und wird nächste Woche weiter fortgesetzt. Verpasste Vorträge können im Archiv nachgeschaut werden.

Naumann Stiftung

Wer Interesse am Thema hat, kann sich hier kostenlos anmelden.

Mein eigener Vortrag zum Thema LiquidFriesland findet am morgigen Freitag, 22. November ab 15 Uhr statt. Ich freue mich über rege Teilnahme.

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Kolumne in der WZ: “Es macht einen Unterschied”

Logo Wilhelmshavener ZeitungDie Wilhelmshavener Zeitung hat mich gebeten, von Zeit zu Zeit die Kolumnenspalte auf der Multimedia-Seite zu füllen. Am letzten Dienstag erschien nun die zweite Ausgabe dieser Kolumne. Sie wird ab morgen auch online dort zu lesen sein. Hier gibt es sie schon heute. 

Wir werden überwacht. Sobald wir uns ins Internet begeben, lesen, hören und sehen NSA, GCHQ mit Programmen wie PRISM und Tempora mit. Sie erfassen, wann wir uns bei Facebook anmelden, welche Seiten wir aufrufen mit wem wir in Kontakt treten. Sie sortieren uns in Kommunikationsmuster ein und bewerten, wie gefährlich wir sind. Jeden von uns. Meine 11 Jahre alte Tochter, die Leserinnen diese Kolumne und – mit viel Glück – auch einmal eine schlafende Terrorristin.

Irgendwie haben wir das zwar geahnt. Doch der Umfang der Überwachung, den der Whistleblower Edward Snowden enthüllt hat, ist erschreckend. So erschreckend, dass selbst gut informierten Netzexpertinnen nicht viel mehr einfällt, als laut zu schweigen.

Von anderer Seite wird bereits gerechtfertigt: Die Sicherheit! Und relativiert: Es lesen ja nur Algorithmen, keine Menschen!

Und wir werden zu Mitschuldigen erklärt: Immerhin stellen wir die ganzen Informationen freiwillig ins Netz. Wir dokumentieren unser Leben bei Facebook, überlassen Foursquare im Stundentakt unsere Positionsdaten, versenden einen Großteil unserer Korrespondenz auf dem Sicherheitsniveau einer Postkarte: Per E-Mail. Was macht es da schon aus, wenn die Geheimdienste mitlesen?

Aber stimmt das überhaupt?

Nach anfänglichen Exzessen sehe ich mittlerweile eine sehr bewusste Nutzung von Facebook. Längst nicht mehr jedes Bild wird hochgeladen. An den Einstellungen zur Privatsphäre wird intensiv gefeilt. Jugendliche suchen ganz bewusst nach Diensten, die ihre Eltern noch nicht kennen. Und E-Mails versenden wir in dem Wissen, dass es zwar keines großen Aufwands aber einer Menge krimineller Energie bedarf, sie abzufangen und mitzulesen.

Wie so oft, gilt auch hier: It’s not for your eyes. Unsere holländischen Nachbarinnen brauchen keine Gardinen, weil sie darauf vertrauen, dass allenfalls deutsche Touristinnen in ihre Küche starren. Nackt in die Sauna gehen wir nur, weil Konsens besteht, dass man sich dort nicht offensiv zwischen die Beine schaut. Genauso selbstverständlich muss es sein, dass Personalabteilungen nicht in unser Wohnzimmer bei Facebook eindringen, wenn wir uns bei Ihnen als Bewerberinnen vorstellen. Und erst recht sollte gelten: Kein Geheimdienst dieser Welt, darf ohne jeden konkreten Anlass auch nur eine Zeile unser Aktivitäten im Internet erfassen, speichern oder bewerten.

Andernfalls wird das Gefühl im Internet nichts mehr unbeobachtet tun zu können, ganz langsam in unseren Geist sickern. Wir werden dort nicht frei agieren können. Ein zunehmend wichtiger Teil unseren Lebensraum wird ein Ort der Unfreiheit werden.

Übrigens: Statt uns zu überwachen, könnten die Geheimdienste unser zu Abwechslung auch helfen, uns vor Überwachung zu schützen. Etwa durch Bereitstellung wirklich sicherer Verschlüsselung. Das untaugliche De-Mail der Telekom per Gesetz für sicher zu erklären, ist nämlich nicht der richtige Weg.

Weitere Ausgaben dieser Kolumne:

I: Facebook? Vergessen Sie es!

Ich schreibe hier viel zu wenig über Überwachung. Statt dessen sitze ich staunend und entsetzt vor dem Rechner. Aber lasst mich ein paar Links posten. Zum Beispiel den zu Frau Meike. Damit ihr wisst, wie ich mich fühle.

Frau Meike: Die gelähmte Wut

Oder zu Nico Lumma. Dessen zentralen Satz ich hier zitiere. Weil er so wichtig ist. Und immer wieder gesagt werden muss.

Wir müssen uns wohl [...] darauf einstellen, dass freiheitliche Gesellschaften immer wieder durch kleinere oder größere Attacken erschüttert werden. Das ist dramatisch [...] aber es gibt leider keine absolute Sicherheit.

Nico Lumma: Himmel, Arsch und Zwirn

Ach ja. Warum wir nicht selbst Schuld sind.

Hört auf, Überwachung mit Facebook zu rechtfertigen!

 

Wow! In dem Video steckt so viel Information zum Thema PRISM und die Folgen drin, dass man es auch ruhig 3x anschauen kann. Wer dann noch Muße hat, könnte diesen Text von Felix Schwenzel lesen, in dem ich das Video gefunden habe. Danach müsst ihr nur noch diesem Text unterzeichnen und alles wird gut.

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Gauck. Aktenordner. NSA. Zettabytes.


Gehe zu Stasi versus NSA. Realisiert von CC-BY 3.0 OpenDataCity.

Ich mag Gauck trotzdem noch. Um es mit Udo zu sagen: “Er versteht es nicht.” Wie sollte er auch?

Noch ein Tipp. Schaut Euch das Interview beim ZDF an. Gaucks Aussagen sind sehr bedacht und vorsichtig. Ganz anders als in der medialen Vermittlung.

PRISM: Das Recht, vor dem die anderen verblassen

Sascha Lobo bringt es mit erfrischender Leichtigkeit und bitterem Ernst auf den Punkt. Die Innen- und Sicherheitspolitik vieler demokratischer Staaten – auch die Deutsche – ist von tiefer Verfassungsfeindlichkeit geprägt. Oder soll ich milde sein und von Verfassungsmissverständnissen sprechen?