Artikel
0 Kommentare

Einfach mal was stehen lassen

Dieses Internet bringt alles durcheinander. Mit rasender Geschwindigkeit. Ich finde das meistens gut. Die Vorteile überwiegen. Aber natürlich gibt es auch negative Entwicklungen, die vielfach damit zu tun haben, dass sich Gesetze, Normen, Kultur und Ethos nicht ausreichend schnell an die neuen Möglichkeiten anpassen (können).

Ein Aspekt, der derzeit oft in die Hose geht ist Kommunikationskultur. Immer wieder müssen wir hilflos zuschauen, wie sich Menschen auf Twitter, Facebook oder in den Kommentaren ihrer Blogs hoffnungslos ineinander verkeilen und unrettbar zerstreiten. Menschen, die eigentlich inhaltlich gar nicht so weit von einander entfernt sind. Oft sogar Menschen, die man gerne auf dem nächsten Barcamp zu besten Freundinnen gemacht hätte.

Ich schleppe schon seit ein paar Tagen die Links zu zwei Beiträgen zu diesem Thema durch meine Browser, die diesen Mangel an Kommunikationskultur beklagen, analysieren und ein paar Ideen zur Verbesserung parat haben:

Lesen, an die eigene Nase fassen, weiter verbreiten, anders handeln. Viel Erfolg dabei.

Artikel
0 Kommentare

Barcamp Köln: Danke QSC, danke liebe Sponsoren

Barcamp Köln

Es gibt bekanntlich kaum eine entspanntere und gleichzeitig inspirierendere Möglichkeit, ein Wochenende zu verbringen, als ein Barcamp. Am besten eines, das Stefan unter seinen Fittichen hat.

Das vergangene Wochenende war geprägt, von einer guten Location, duftendem Kaffee, reichlich viel Essen, meiner Feuertaufe in Sachen Single Malt – danke Carmen – einem virtuellen Rundgang durch ein sehr großes Krematorium, großem Interesse an unserem Thema - dem von Marlena und mir – Wo die Bienen wohnen und vielen tollen Gesprächen in entspannter Atmosphäre.

Dies alles wäre nicht möglich gewesen ohne zahlreiche Sponsoren, denen hiermit freundlich gedankt sei. Allen voran natürlich dem Location-Sponsor QSC und den Kaffeekochern von Sonntagmorgen. Außerdem: sijox, der GLS Bank – huhu Johannes -, MSH and More, TechSmith, basta media, sparhandy, immowelt, ioff und Media Injection.

 

Abschließend erste Lese- und Stöbertipps:

Artikel
0 Kommentare

Mavens mit einer Reihe über Influencer

Maven - Influencer

“Geschickter, weil transparenter machen es viele Blogger.” Ob das so einfach stimmt, lasse ich einmal dahin gestellt. Aber ich mag diesen Satz aus dem ersten Beitrag einer Reihe der Mavens um Mark Pohlmann zum Thema Influencer trotzdem. Denn bekanntlich liegen mir Bloggerinnen sehr am Herzen.

Fängt spannend an. Hier weiterlesen und mit mir gespannt auf die Fortsetzung warten.

Artikel
0 Kommentare

Kolumne in der WZ: “Instagramieren”

Logo Wilhelmshavener ZeitungDie Wilhelmshavener Zeitung hat mich gebeten, von Zeit zu Zeit die Kolumnenspalte auf der Multimedia-Seite zu füllen. Kürzlich habe ich eine Nummer 8 zum Thema Instagram verfasst.

Ein gutes Foto zu machen, war eine große Kunst. Der Moment, das Licht, der Ausschnitt. Dafür brauchte es Erfahrung und Gespür. Oft spielte auch die Auswahl der Kamera, des Objektivs, des Films und das Entwicklungsverfahren eine Rolle.

Die Digitalisierung der Fotografie hat die Preise fallen und die Zahl der Schnappschüsse explodieren lassen. Digitaler Speicherplatz ist im Vergleich zu Filmen und Fotoablen quasi kostenlos. Die digitale Bildbearbeitung befreite zudem von der Notwendigkeit, das perfekte Foto schon mit dem Auslöser in den Kasten zu holen. Ausschnitt, Licht, ja sogar ein fehlendes Lächeln lassen sich am Computer hinzufügen.

Mittlerweile ist die Bildbearbeitung soweit automatisiert, dass sie in jedes Smartphone passt. Mit ein paar Klicks können aus wackligen Schnappschüssen kleine Kunstwerke werden. Das ist die Basis der Erfolgsgeschichte der App Instagram.

Instagrams Grundidee: Ein Bild sagt mehr als 140 Zeichen. Statt den Alltag via Twitter im Stenographen-Stil zu dokumentieren wird fotografiert. Damit das trotz der eingeschränkten Fähigkeiten der Handy-Kamera und ihrer Benutzerrinnen gut aussieht, sind Instagram-Fotos grundsätzlich 640 Pixel im Quadrat klein. Die eingebauten Filter korrigieren bzw. kaschieren unzureichendes Licht, fehlende Schärfe und schlappe Farben.

Geteilt werden die Fotos und kurze Kommentare mit der mindestens 150 Mio. Mitglieder starken Instagram-Community, über Links auf Twitter und besonders gerne auf Facebook, zu dessen Konzern Instagram seit 2012 gehört. Neben Fotos lässt Instagram seit geraumer Zeit auch kurze Videos zu. Insgesamt ein größer Spaß. Für Fotografen aber auch für Fotoliebhaber.

Übrigens: Pssst. Ein wirklich gutes Foto zu machen, ist noch immer eine große Kunst. Unsere Schnappschüsse sind nur weniger schrecklich geworden.

Bisherige Ausgaben dieser Kolumne:

I: Facebook? Vergessen Sie es!
II: Es macht einen Unterschied
III: Auf zur Unkonferenz
IV: Facebook im Katastropheneinsatz
V: Ein Schiff wird kommen
VI: Ist WhatsApp jetzt böse?
VII: Sicherer im Internet

Artikel
7 Kommentare

Nennt mich Hornochse

HornochseFür mich ganz persönlich war das Internet bis gestern ein vermeintlich sicherer Raum. Noch nie hatte ich Ärger mit falsch gelieferter Ware, beschädigten Lieferungen oder unberechtigt abgebuchten Zahlungen oder gar Betrug. Dabei gäbe es Gelegenheit genug. Ich wickele mein halbes Leben inklusive sehr viel Zahlungsverkehr online ab.

Gestern wurde ich dann wohl in einer Mischung aus Selbstüberschätzung und geistiger Umnachtung auf allen falschen Füßen gleichzeitig erwischt. Am Ende dürfte mich das gut 300 Euro gekostet haben. Als Entschuldigung, dass ausgerechnet mir – dem vermeintlichen Experten – das in dieser Dimension zustößt, kann ich nur vorbringen, dass ich unter großem zeitlichen Druck stand und durch eine höchst zufällige Konstellation Vertrauen entstehen konnte.

Alles begann vor ein paar Tagen mit einer Freundschaftsanfrage eines hoch geschätzten Kommunalpolitikers aus Schortens (Peter Torkler). Im Nachhinein erinnere ich mich, dass ich kurz stutzte. Mit Peter Torkler glaubte ich längst und lange befreundet zu sein. Leider bin ich der Sache nicht auf den Grund gegangen. Mit dem echten Peter Torkler war und bin ich nämlich gerne auf Facebook befreundet. Die neuerliche Anfrage kam von einem offenbar ausreichend gut nachgestellten Profil.

Dieses Profil – der vermeintliche Peter Torkler – fragte mich  gestern via Facebook-Chat nach meiner Telefonnummer. Meine Mobilfunknummer ist kein Geheimnis. Sie steht seit Jahren an tausend Stellen im Internet herum. Natürlich habe ich sie im Chat schnell weitergegeben. Zumal – und hier kommt der fatale Zufall – es durchaus im Bereich des Möglichen war, dass Herr Torkler am Abend die gleiche Veranstaltung in Jever besuchen könnte wie ich, und er mich insofern etwas fragen wollte.

Diese Annahme muss bei mir ein Grundvertrauen geschaffen haben. Gepaart mit großer Hektik – ich hatte noch 20 Minuten bis zum nächsten Termin, musste noch duschen und eine Mail zu Ende tippen – habe ich wie in Trance alle offensichtlichen Warnsignale verpasst.

Auf dem iPhone poppte eine SMS mit dem Absender paypal auf. Inhalt: Ein vierstelliger Code zur Freigabe einer Zahlung über einen mittelgroßen Betrag. Ich glaube, ich habe den Code ohne jedes Zögern per Chat weitergegeben. Auch weitere Codes, die per SMS reinkamen und via Chat freundlich angefragt wurden, tippte ich fleißig ein.

Fragt mich bitte nicht, warum mich Warnsignale, wie knappes Deutsch, Tippfehler und SMS mit Zwischenständen über wachsende Gesamtbeträge nicht haben abbrechen lassen. Zum Glück war das Fenster bis zum Termin bald so knapp, dass ich einfach den Rechner zuklappte.

Ich weiß, dass ich mir die gesamte Zeit sicher war, dass mich die ganze Sache persönlich gar nicht treffen könnte. Was sollte jemand schon mit nackten Zahlencodes anfangen können?

Mulmig wurde mir erst, als sich das Profil ohne jede Erklärung, Dank oder Ähnlichem später erneut meldete. Das passte nun wirklich nicht mehr zu Herrn Torkler.

Auf dem Weg Termin habe ich zunächst mit Peter Torkler telefoniert. Der wusste bereits von dem Fake und warnte davor auf seinem echten Profil. Danach habe ich mich in die Telekom-Wartschleife gehängt. Nach 15 Minuten war eine freundliche Beraterin in der Leitung, die meine Schilderung des Falls direkt in den Zusammenhang mit den sogenannten Diensten für Drittanbieterinnen brachte. Mehr als die Dienste zu sperren, konnte sie allerdings nicht für mich tun.

Ein dritter Anruf galt einer 0800-Nummer, die in den SMS von paypal auftauchte. Ein freundlicher Mitarbeiter des Paypal Carrier Payment-Dienstleisters Zong konnte mich anhand meiner Telefonnummer erst mal über das Ausmaß des Schadens informieren konnte. Er hat mir zudem ausführlich den Mechanismus erklärt und den Vorgang für eventuelle polizeiliche Ermittlungen archiviert. Rückbuchen konnte auch er das Geld nicht. Die Zahlungen werden unmittelbar veranlasst und sind nur bei der letzten Zahlungsempfängerin einklagbar. Die jedoch herauszufinden, ist den Ermittlungsbehörden vorbehalten. Mit großer Wahrscheinlichkeit sitzt sie im Ausland. Und zwar leider nicht in der EU. Vielleicht sind die Täterinnen auch nicht die unmittelbaren Zahlungsempfängerinnen, sondern setzen die Beträge bspw. beim Online-Poker ein und spekulieren nur auf die Gewinne.

Die Dienste für Drittanbieterinnen sind eine eigentlich sehr praktische Einrichtung. Eine Anbieterin virtueller Leistungen – bspw. einer elektronischen Fahrkarte oder eines Tools innerhalb eines Online-Spiels – fordert über die an die SIM-Karte gebundenen Dienste eine Zahlung an. Freigegeben wird die Zahlung mittels eines Codes, der per SMS an die jeweilige SIM verschickt wird. Das Verfahren ist so lange ziemlich sicher, wie man im Besitz seiner SIM-Karte ist und man sich nicht von Betrügerinnen Mobilfunknummern und Codes abluchsen lässt. Aber eben nur so lange.

Ich wusste, dass es die Dienste gibt. Benutzt hatte ich sie noch nie. Danach gefragt, hätte ich wahrscheinlich unterstellt, dass die bei mir längst gesperrt sind. Waren sie aber nicht. Vielleicht eine weitere Erklärung für meine Arglosigkeit.

Was lernen wir daraus?

  • Geht erst mal duschen.
  • Schaut Euch Facebook-Profile genau an. Bevor ihr sie bestätigt. Und danach am besten auch noch einmal.
  • Seid misstrauisch. Auch bei Facebook-Chats mit Freundinnen. Sind sie es wirklich?
  • Achtet auf Warnsignale: Schlechtes Deutsch und viele Tippfehler können in der Sorgfalt Eurer Freunde beim Chatten begründet sein. Vielleicht kann das (Fake-) Gegenüber aber auch einfach Eure Sprache nicht.
    Auch SMS, die Euch über die Buchung erheblicher Summen informieren, könnten einen ernsten Hintergrund haben.
  • Lasst Eure Dienste sperren, wenn ihr sie – wie ich – überhaupt nicht braucht.

Abschließend: Der echte Peter Torkler ist an der ganzen Sachen komplett unschuldig. Er hat sich vorbildlich verhalten.

Facebook könnte man fragen, warum solche offensichtlichen Fake-Profile nicht auffallen bzw. nicht schneller gesperrt werden. Das Profil ist trotz Meldung nach wie vor aktiv. Die Telekom könnte angesichts solcher Vorgänge mal darüber nachdenken, Dienste nur auf Wunsch der Kundinnen frei zu schalten. Und die Paypal-Partnerin Zong könnte (noch) bessere Mechanismen entwickeln, die Nutzerinnen von Diensten aktiv vor hohen Abbuchungen via Telefonrechnung zu warnen.

Mir darf so etwas trotz allem nicht passieren. Viele andere haben weit weniger Erfahrung und tappen immer mal wieder in solche Fallen.

 

Bildquelle: „BUFFALO159“ von DaEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons.