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von der Leyen redet Englisch: Frechheit

Momente, in denen einem der Atem stockt. Der Verein deutsche Sprache kürt Ursula von der Leyen zur Sprachpanscherin des Jahres, weil sie auf der Munich Security Conference ihre Rede nicht etwa in gepanschtem Deutsch, sondern gleich ganz auf Englisch abliefert. So weit, so kurios. Dieser komische Verein soll machen, was er will.

Nach meinem Empfinden handelt von der Leyen vorbildlich, wenn sie sich auf einer internationalen Konferenz in einer Sprache an das Publikum wendet, die sie beherrscht und die 90% des Publikums sicher verstehen. Für mich ist es Ausdruck von Achtung und Höflichkeit, sich sprachlich auf ein Gegenüber einzustellen. Mindestens so weit man dazu in der Lage ist. Und bis zur nächsten Begegnung auch noch ein bisschen mehr. Wozu gibt es Volkshochschulen.

Ganz anders kommentiert Reinhard Tschapke in der NWZ. Einmal abgesehen davon, dass Herr Tschapke fast alle seine Buchstaben aufwendet, um die Pressemitteilung des Vereins deutsche Sprache noch einmal neu – und schlechter – zu formulieren.

Ausgerechnet Frankreich – das für Tschapke offenbar gleichbedeutend mit “dem Ausland” ist - als Vorbild für Sprachpatriotismus heranzuziehen ist aberwitzig. Die dort ohnehin schon geringe Bereitschaft zum Erwerb von Fremdsprachen hat sich weiter verschärft. Das für internationale Stabilität so wichtige Interesse am Ausland ist gering. Junge Französinnen haben auf dem internationalen Arbeitsmarkt wenig Chancen. Für Touristinnen ist Frankreich ohne Grundkenntnisse der Sprache ein verschlossenes Land. Und in der internationalen Politik spielt Frankreich trotz Atomwaffen eine immer kleinere Rolle.

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Was für eine verrückte und gleichzeitig wunderbare Idee. Ich bin dafür zu alt. Und war schon immer viel zu ängstlich und faul. Jetzt kauf ich mir den Kalender und träume von meinem nächsten Leben.

Wenn ihr die fünf unterstützen wollt, müsst ihr hier entlang gehen.

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Ey, Du bist doch schizo!

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So ziemlich jeder sollte klar sein, dass Behindert kein Schimpfwort ist. Auch Ey, Du bist doch schizo! kommt in meiner Filterblase eher selten vor. Ein Verhalten – ganz “sachlich” – als schizophren zu bezeichnen, kommt jedoch durchaus vor. Ich fürchte, auch in meinem Sprachgebrauch.

Drei bis fünf Minuten Nachdenken führen natürlich zu der Erkenntnis, dass dieser Sprachgebrauch weder der Erkrankung noch den Betroffenen gerecht wird.

Komplett unbedarft war bislang mein Umgang mit dem Begriff Autismus. Ganz offensichtlich hatte ich mir noch nie die erforderlichen fünf Minuten Zeit  genommen, um festzustellen, dass ich erstens nur eine äußerst vage Ahnung habe, was Autismus ist und zweitens, die Verwendung des Begriffs wirkliche Autistinnen herabwürdigen könnte.

Meine Texte werden nicht viel gelesen, meine Filterblase ist vermutlich ähnlich unbedarft wie ich. Die Gefahr, für den Autismus-Zonk erwischt zu werden, war  also gering. Vermutlich hätte ich ähnlich abwehrend reagiert, wie die hoch geschätzte Eva Horn. Sie hat es mit ihrem im übrigen wundervollen Artikel im Tagesspiegel sogar in die Hall of Shame geschafft.

Ich nehme an, Eva trägt diese “Ehre” mittlerweile mit Fassung und bin ihr in gewisser Weise dankbar, dass ich durch den kleinen Shitstorm um sie auf die Seite Autismus ist… aufmerksam geworden bin.

Nehmt Euch mal schnell fünf Minuten Zeit.

 

 

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Violence – Aggression: Intimacy

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Ich bin eine ziemliche Memme. Schmerzen sind nicht so meins. Ich gehe nicht gerne zu Zahnarzt und mit dem Hammer bin ich immer sehr vorsichtig. In sofern war ich beim ersten Anschauen von First Slap schwer irritiert und musste erst mal ausschalten.

Durch das erklärende Stück First Slap – Point of Impact wurde mir klar, dass das gar keine Parodie auf First Kiss, sondern ein ziemlich spannendes soziales Experiment (geworden) ist. Mittlerweile [Weiterlesen]

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Petition Bunt spenden: Schwule sollen endlich Blut spenden dürfen

Bunt_Spenden

Es mag irgendwann 1993 einen Grund gegeben haben, schwule Männer vorsichtshalber von der Blutspende auszuschließen. Wahrscheinlich war es auch da schon einfach der bequemere Weg.

Mittlerweile ist diese Regelung nichts weiter als diskriminierend. Und zudem völlig überflüssig. Also Schluss damit.

Ganz nebenbei: Die Kampagnenwebsite ist ganz großes Kino.

via Amy & Pink