Seite auswählen

Logo Wilhelmshavener ZeitungDie Wilhelmshavener Zeitung hat mich gebeten, von Zeit zu Zeit die Kolumnenspalte auf der Multimedia-Seite zu füllen. Mittlerweile sind wir bei Nummer 4 angekommen. Der Text wird nächste Woche bei WZ online zu lesen sein. Hier gibt es ihn schon heute. 

Als der Landkreis Friesland im Sommer 2011 seine zum damaligen Zeitpunkt sehr erfolgreiche Präsenz bei Facebook aufgab, war ich einigermaßen ungehalten. Nicht weil ich die datenschutzrechtlichen Bedenken, die diesem Schritt zu Grunde lagen, für komplett abwegig hielt. Im Gegenteil: Eine kritische Haltung zum Umgang von Facebook, Google und Co. mit unserer Privatsphäre war damals wie heute richtig und wichtig. Allerdings war auch 2011 bereits absehbar, dass sich Facebook für einen relevanten Teil der Menschen zu dem zentralen Ausschnitt ihres Internets entwickeln würde. Es wäre für Behörden geradezu sträflich, diesen Weg nicht zu nutzen.

Seit Frühjahr 2013 ist der Landkreis zurück an Bord. Gemessen an den reinen Zahlen noch nicht ganz so erfolgreich, wie vor der Zwangspause. Dafür aber mit einem eindrucksvollen Beleg für die Effektivität dieses Kommunikationsangebotes. Im Vorfeld und während des in der letzten Woche über uns hinweggewehten Sturmtiefs „Xaver“ nutzte Friesland neben seiner Homepage vor allem Facebook, um Warnungen und Hinweise zu verteilen.

Bereits die erste Mitteilung am Mittwoch wurde 117 Mal geteilt. Der unter anderem angekündigte Ausfall des Unterrichts war sicherlich förderlich. Man kann davon ausgehen, dass auf diesem Wege fast alle intensiven Facebook- Nutzer in Friesland zeitnah Bescheid wussten. Gleichzeitig war damit für eine hohe Aufmerksamkeit für weitere Hinweise zum Fortgang des Sturmes sichergestellt. Bei der Meldung zum Schulausfall am Freitag dauerte es keine 20 Minuten, bis sie über 100 Mal geteilt war. Am Ende stand sie sogar in 165 Timelines. Das Beispiel zeigt, wie Behörden soziale Netze nutzen können, um im Katastrophenfall schnell und effizient viele Menschen zu informieren.

Übrigens berichteten engagierte Fotografen vom Südstrand und vom Deich in Dangast nahezu in Echtzeit mit Bildern, Videos und kurzen Informationen. Es fehlt der Beweis, aber es ist durchaus denkbar, dass dies manchen Schaulustigen im sicheren zu Hause gehalten hat.

Bisherige Ausgaben dieser Kolumne:

I: Facebook? Vergessen Sie es!
II: Es macht einen Unterschied
III: Auf zur Unkonferenz