achtung!: Blogger-Kodex

Irgendwann nach 2005 – dem Jahr in dem ich zu Bloggen anfing – setzte sich in der Filterblase Bloggerinnen die euphorische Stimmung durch, dass das Ende der gedruckten Tageszeitung und ihrer unzulänglichen Online-Ableger nahe sein könnte. Die Lücke zu schließen wäre natürlich unsere Aufgabe gewesen. Das war naiv. Mittlerweile haben wir Twitter, Facebook und Instagram. Die Online-Ableger sind nicht mehr ganz so unzulänglich. Und der Bloggerei wurde bereits mehrfach das nahe Ende aus dem Kaffeesatz gelesen. Aber auch das wird nicht eintreten.

Eines lässt sich jedoch ohne Zweifel feststellen. Bloggen ist nicht mehr, was es mal war. Nicht schlechter aber anders. Von den Idealisten, die ein persönliches, politisches und thematisches Anliegen so sehr antreibt, dass sie dieses Internet einfach mal vollschreiben, haben nur die Perlen Bestand. Statt dessen sehen wir zunehmend thematische Blogs, die neben einer Portion Idealismus auch die Aussicht auf Vermarktung antreibt. Besonders weit sind hier die Branchen, die sich um das Thema schönen Lebens bemühen: Mode, Beauty, Lifestyle. Reisebloggerinnen und Automobilistinnen ziehen nach.

Spätestens durch diese Entwicklung sind Blogs für die Kommunikationsindustrie nicht mehr zu vernachlässigen. Bloggerinnen sind dynamische Multiplikatorinnen, aufgeschlossen kritische Begleiterinnen und nicht zuletzt oft gute Texterinnen. Das haben viele Unternehmen und Agenturen mittlerweile verstanden. Woran es aber – das zeigen negative Erfahrungen auf allen Seiten – mangelt, Weiterlesen →

Mit Penis

Kurhaus Dangast

Das Kurhaus Dangast ist jetzt da, wo es hingehört. Im Internet. Und nicht nur bei Facebook. Bin gespannt, wann das Thema im Rat ist. Palmen in Dangast: Das geht bekanntlich gar nicht.

Nachtrag: Eine Seite über das Kurhaus gab es – unter gleicher Adresse – auch vor dem jetzigen Neustart. Erstellt und betreut vom leidenschaftlichsten Dangast-Fan und -Förderer Schäff vonne. Dank sei der Kuhverwaltung.

 

PIXPAR-Lounge: Auftakt mit 3×3

Pixpar Lounge

Die Mini-Frikadellen sind ein Gedicht. Kein Wunder. Hausgemacht. Kann ich bezeugen. Ich war dabei. Denn auch das geht in der Suedlounge: Fingerfood für 30 Großkopferte und nicht ganz so Großkopferte aus der Jadebay zaubern.

Anlass war die erste Ausgabe des Afterwork-Treffens Pixpar Lounge, zu der die JadeBay und die Suedlounge die Pixelpartner neuerdings regelmäßig einladen.

Das Konzept: Ein kurzer Vortrag gefolgt von Gesprächen bei Frikadellen und Schnittchen zu Bier, Wein oder Wasser.

Zum Auftakt ging Peer Holthuizen von der Agentur 3×3 aus Oldenburg in die Bütt. 3×3 macht die besonderen Qualifikationen von Künstlern für Unternehmen nutzbar:

“Im 3X3-Projekt erarbeiten 3 KünstlerInnen und 3 MitarbeiterInnen eines Unternehmens, unterstützt durch einen Coach, in fünf Sitzungen über insgesamt 18 Stunden gemeinsam kreative Lösungen für eine konkrete betriebliche Aufgabenstellung. Die Aufgaben können beispielsweise die Bereiche Unternehmensstrategie, Produkterneuerung, Organisationsentwicklung, Personalwesen, Marketing, Kommunikation nach innen und nach außen oder nachhaltiges Wirtschaften berühren.”

Quelle: 3mal3.net

Beim Bier hatte ich Gelegenheit, die Jungs von OpenDoorArts kennen zu lernen. Ihre Mission: Der hiesigen mittelständischen Wirtschaft gut gemachte Videos statt Jacobs Krönung Ästhetik zu verkaufen. Machen sie ganz gut. Ob ich sie zum nächsten Videocamp mitnehmen soll?

Übrigens: Herzlichen Dank an Mark Heyen von Merentis für den Lift nach Büppel. Ich freue mich schon auf seinen Beitrag bei der PIXPAR-Lounge am 31. Oktober.

2002: Das erste Emma-Jahr

Karte Emma

Als wir K1 2002 nach einer Urgroßtante und einer Großmutter Emma benannten, fühlten wir uns mächtig innovativ. Um kurze Zeit später festzustellen, dass allein in unserem Geburtshaus mindestens drei weitere Mädchen diesen Namen erhielten.

Interessant ist, dass im gleichen Jahr offenbar auch in den USA der Vorname Emma zunächst westlich der Seen plötzlich in Mode kam. Um kurz darauf sogar zum häufigsten Namen in den gesamten Staaten zu avancieren.

Wie es überhaupt interessant ist, wie uniform sich Gesellschaften entwickeln, wenn es um die Wahl der Vornamen von Kindern geht. Mich würde interessieren, ob das vor der Entwicklung von Massenmedien auch schon so war. Und ob es nach dem zu erwartenden Ende des linear gesendeten Fernsehens so bleiben wird.

Die gesamte Entwicklung der weiblichen Vornamen in den USA gibt es bei Jezebel zu sehen.

Übrigens: Mit K2 hatten wir in dieser Hinsicht mehr Glück.

Nachtrag: Es könnte an Friends liegen. Das Baby Emma – gemeinsames Kind von Rachel und Ross – wird gegen Ende der 8. Staffel geboren, die im Mai 2002 erstmals ausgestrahlt wurde. Danke für den Hinweis, @51hz.

Schaut hinter den roten Vorhang

klolichtschalterIch hatte kürzlich einen wunderschönen Vormittag im Land Wursten zwischen Ochsenturm und Wremen. Mit Claudia, die ich bei einem Spaziergang aufm Deich und einem Kaffee mit Mandelhörnchen kennenlernen durfte. Eines unserer vielen Themen: Die Angst der Bloggerin vorm Publish-Button.

Als ich 2005 zu Bloggen anfing, habe ich diese Angst nur kurz kennengelernt. Die ersten drei, vier Posts waren aufregend. Danach wurde  mir klar, dass mich sowieso (noch) keiner liest. Schon gar nicht jemand, den ich näher kenne. Später durfte ich das angenehme Gefühl erleben, in die angenehm kritisch-konstruktive Welt der frühen Bloggerei aufgenommen zu werden.

Die Zeiten sind schwieriger geworden. Bloggen ist jetzt eine ernste Sache. Vielleicht, weil es zunehmend zum Geschäft wird. Vielleicht, weil das Beiläufige, Alltägliche heute bei Twitter, Facebook und Snapchat stattfindet. Wer heute auf den Publish-Button drückt, muss sich nicht nur ihrer schönen Schreibe, sondern auch ihrer Relevanz versichern.

Wie jammerschade.

Spannende, klassisch themenoffene Blogs, in denen ich den Menschen hinter den Texten kennenlerne, können so gar nicht wachsen. Denn die brauchen das Spontane, Unperfekte, Beiläufige.

Claudia konnte ich offenbar einen Schubs geben. Sie hat (wieder) angefangen hinter dem roten Vorhang zu schreiben. Das ist gut, denn ihre Texte sind so wunderschön, bewegend und liebevoll, dass ich sie unbedingt lesen möchte.

Bitte schaut bei ihr vorbei. Macht ihr Mut. Und sagt ihrem grünen Männchen, dass es ein Arschloch ist.

 

achtung! Blogger-Kodex: Reaktionen im Überblick

Seit gut drei Monaten ist er nun in der Welt, der von mir angeregte und entworfene Blogger-Kodex [PDF] der Agentur achtung!. Bislang stoßen wir ganz überwiegend auf positive und konstruktiv kritische Resonanz.

Ich persönlich finde ja, wir haben nur das Selbstverständliche zu Papier gebracht. Doch die Rückmeldungen von vielen Bloggerinnen zeigen, dass auch nach gefühlten Jahrzehnten der Diskussion um das Thema das Selbstverständliche in vielen Köpfen nicht anzukommen scheint. Auch von Kundenseite hören wir, dass die Kodifizierung eines Standards eine willkommene Orientierung bedeutet. Eine Basis auf der man an immer besseren Beziehungen bauen kann.

Nachdem ich seit gestern weiß, dass wir das Thema Blogger Relations im Mai nun auch auf der re:publica mit internationalen Gästen vorstellen und diskutieren dürfen, Weiterlesen →

Kolumne in der WZ: “Facebook im Katastropheneinsatz”

Logo Wilhelmshavener ZeitungDie Wilhelmshavener Zeitung hat mich gebeten, von Zeit zu Zeit die Kolumnenspalte auf der Multimedia-Seite zu füllen. Mittlerweile sind wir bei Nummer 4 angekommen. Der Text wird nächste Woche bei WZ online zu lesen sein. Hier gibt es ihn schon heute. 

Als der Landkreis Friesland im Sommer 2011 seine zum damaligen Zeitpunkt sehr erfolgreiche Präsenz bei Facebook aufgab, war ich einigermaßen ungehalten. Nicht weil ich die datenschutzrechtlichen Bedenken, die diesem Schritt zu Grunde lagen, für komplett abwegig hielt. Im Gegenteil: Eine kritische Haltung zum Umgang von Facebook, Google und Co. mit unserer Privatsphäre war damals wie heute richtig und wichtig. Allerdings war auch 2011 bereits absehbar, dass sich Facebook für einen relevanten Teil der Menschen zu dem zentralen Ausschnitt ihres Internets entwickeln würde. Es wäre für Behörden geradezu sträflich, diesen Weg nicht zu nutzen.

Seit Frühjahr 2013 ist der Landkreis zurück an Bord. Gemessen Weiterlesen →

achtung!: Blogger-Kodex

Irgendwann nach 2005 – dem Jahr in dem ich zu Bloggen anfing – setzte sich in der Filterblase Bloggerinnen die euphorische Stimmung durch, dass das Ende der gedruckten Tageszeitung und ihrer unzulänglichen Online-Ableger nahe sein könnte. Die Lücke zu schließen wäre natürlich unsere Aufgabe gewesen. Das war naiv. Mittlerweile haben wir Twitter, Facebook und Instagram. Die Online-Ableger sind nicht mehr ganz so unzulänglich. Und der Bloggerei wurde bereits mehrfach das nahe Ende aus dem Kaffeesatz gelesen. Aber auch das wird nicht eintreten.

Eines lässt sich jedoch ohne Zweifel feststellen. Bloggen ist nicht mehr, was es mal war. Nicht schlechter aber anders. Von den Idealisten, die ein persönliches, politisches und thematisches Anliegen so sehr antreibt, dass sie dieses Internet einfach mal vollschreiben, haben nur die Perlen Bestand. Statt dessen sehen wir zunehmend thematische Blogs, die neben einer Portion Idealismus auch die Aussicht auf Vermarktung antreibt. Besonders weit sind hier die Branchen, die sich um das Thema schönen Lebens bemühen: Mode, Beauty, Lifestyle. Reisebloggerinnen und Automobilistinnen ziehen nach.

Spätestens durch diese Entwicklung sind Blogs für die Kommunikationsindustrie nicht mehr zu vernachlässigen. Bloggerinnen sind dynamische Multiplikatorinnen, aufgeschlossen kritische Begleiterinnen und nicht zuletzt oft gute Texterinnen. Das haben viele Unternehmen und Agenturen mittlerweile verstanden. Woran es aber – das zeigen negative Erfahrungen auf allen Seiten – mangelt, Weiterlesen →

Noch ein Job: Bloggerrelations für achtung!

achtung! LogoAuf der re:publica flöteten es einige Vögelein schön von den Pappschachteln. Seit Mittwoch arbeite ich – vorerst in überschaubarem Umfang – für die keine PR-Agentur und auch keine Werbe- oder Social-Media-Agentur achtung! in Hamburg. Mein Job: Beratung der Teams, Koordination, Qualitätssicherung und Recherchen. Alles im Bereich Blogger Relations oder wie es neuerdings so schön heißt Mikrozielgruppenansprache.

Einmal für achtung! arbeiten zu können, war schon lange auf meinem Wunschzettel notiert. Dem stand bislang jedoch – neben anderen Gründen – die Entfernung von Varel nach Hamburg im Wege. Da ich für meinen Job bei kwizzme aber ohnehin jede Woche nach Hamburg komme, ist nun auch ein Abstecher an den Straßenbahnring drin.

Vorerst werde ich dort nur ein bis zwei Stunden pro Wochen sein und den Rest von zu Hause oder unterwegs abwickeln. Ich bin gespannt, wie sich die Arbeit mit dem – gefühlt – besten Socialmedia Team Deutschlands entwickelt. Ich bin allerbester Dinge.

 

Social Media: Das Blog im Zentrum

Bei fast allen Social Media Projekten, die ich in der Vergangenheit betreut habe, lautete meine Kernempfehlung, ein Weblog als zentrales Instrument einzusetzen. Für mich waren dabei immer zwei Argumente wesentlich:

Zum einen braucht es eine Stelle, an der alle Fäden zusammenlaufen. Auch wenn für die eine Botschaft Twitter der richtige Kanal ist, für eine andere vielleicht Facebook oder  Google+; irgendwo sollte Platz für das ganze Bild sein. Ein Blog eignet sich dabei sowohl als Sender, auf dem ich die Inhalte ursprünglich einstelle, Weiterlesen →

In der Öffentlichkeit Sex haben, oder: Facebook und die Privatsphäre

In nahezu jedem meiner vielen Gespräche über das Internet, Social Media und Facebook kommt ganz unweigerlich das Thema Privatsphäre zur Sprache.

Als jemand, der aus Sicht der überwiegenden Mehrheit (viel zu) viel über sich, seine Arbeit, seine Familie und über Belangloses ins Internet schreibt, sehe ich mich regelmäßig mit Kritik, Erstaunen oder Entsetzten konfrontiert. Kritik, die mich persönlich, das Internet allgemein und natürlich Facebook trifft. Kritik aber auch, der ich mich gerne stelle und deren Diskussion ungemein wichtig ist.

Zwei Dinge sind aus  meiner Sicht bedeutend. Zum einen müssen wir uns gemeinsam den Veränderungen stellen. Das Internet ist ein Faktum, dessen grundlegende Konsequenzen sich nicht radikal ändern lassen. Dies betrifft auch die Erosion der Vorstellungen, die wir bislang von Privatsphäre hatten.

Zum zweiten zeigt ein kulturhistorischer Blick, dass diese Vorstellungen in der Vergangenheit weder von Stabilität noch von Konsens geprägt waren. Möglicherweise Weiterlesen →