achtung! Blogger-Kodex: Reaktionen im Überblick

Seit gut drei Monaten ist er nun in der Welt, der von mir angeregte und entworfene Blogger-Kodex [PDF] der Agentur achtung!. Bislang stoßen wir ganz überwiegend auf positive und konstruktiv kritische Resonanz.

Ich persönlich finde ja, wir haben nur das Selbstverständliche zu Papier gebracht. Doch die Rückmeldungen von vielen Bloggerinnen zeigen, dass auch nach gefühlten Jahrzehnten der Diskussion um das Thema das Selbstverständliche in vielen Köpfen nicht anzukommen scheint. Auch von Kundenseite hören wir, dass die Kodifizierung eines Standards eine willkommene Orientierung bedeutet. Eine Basis auf der man an immer besseren Beziehungen bauen kann.

Nachdem ich seit gestern weiß, dass wir das Thema Blogger Relations im Mai nun auch auf der re:publica mit internationalen Gästen vorstellen und diskutieren dürfen, Weiterlesen →

BGH zweifelt an Funke-Freispruch

Ab heute bleibt meinem Lieblings-Ratskollegen nur noch eins, wenn es um die Relativierung seiner Untreue-Vergehen geht: Er könnte die Legitimität der höchsten deutsche Gerichtsbarkeit in Frage stellen.*

Der BGH hat jetzt entschieden, dass die Verurteilung von Karl-Heinz Funke zu sechs Monaten Haft im Falle der Begünstigung eines Geschäftsführers rechtmäßig war. Gleichzeitung wurde der Freispruch im Falle der Untreuehandlung im Zusammenhang mit der Silberhochzeit aufgehoben. Diese Sache muss in Oldenburg neu verhandelt werden.

In einer Pressemitteilung des BGH heißt es dazu:

Prozess um Geschäftsgebaren beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband muss teilweise wiederholt werden

Das Landgericht Oldenburg hat den Angeklagten Blohm, ehemals Geschäftsführer des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes, wegen Untreue in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von elf Monaten verurteilt. Den Angeklagten Funke, ehemals Vorsteher dieses Verbandes und früherer Bundeslandwirtschaftsminister, hat es wegen Untreue zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt. Die Vollstreckung beider Strafen hat es zur Bewährung ausgesetzt. Vom Vorwurf einer weiteren Untreuehandlung hat das Landgericht den Angeklagten Funke freigesprochen. Hintergrund des Verfahrens sind Geschäftsvorfälle beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband. Der Angeklagte Blohm hatte im Herbst 2007 eine Rechnung über 8.000 € für ein Fest anlässlich der Silberhochzeit des Angeklagten Funke aus Mitteln des Wasserverbands bezahlt. Eine strafbare Beteiligung des Angeklagten Funke hieran hat das Landgericht nicht festzustellen vermocht. Im Herbst 2008 verabredeten die Angeklagten eine Erhöhung des Gehalts des Angeklagten Blohm, obwohl der Angeklagte Funke hierfür keine Kompetenz hatte. Der Angeklagte Blohm erhielt daraufhin bis Ende 2009 eine Überzahlung von mindestens 90.000 €.

Gegen ihre Verurteilung haben die beiden Angeklagten, gegen den teilweisen Freispruch des Angeklagten Funke die Staatsanwaltschaft jeweils Revision eingelegt.

Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat heute die Revisionen der Angeklagten verworfen und damit deren Verurteilung bestätigt. Aufgehoben hat er auf die Revision der Staatsanwaltschaft den Freispruch des Angeklagten Funke vom Vorwurf der Untreue im Zusammenhang mit der Bezahlung des Silberhochzeitsfests. Nur insoweit muss die Sache erneut vor dem Landgericht Oldenburg verhandelt werden.

 

Quelle: BGH

* Oh, wait: Genau das wird er tun.

Kolumne in der WZ: “Facebook im Katastropheneinsatz”

Logo Wilhelmshavener ZeitungDie Wilhelmshavener Zeitung hat mich gebeten, von Zeit zu Zeit die Kolumnenspalte auf der Multimedia-Seite zu füllen. Mittlerweile sind wir bei Nummer 4 angekommen. Der Text wird nächste Woche bei WZ online zu lesen sein. Hier gibt es ihn schon heute. 

Als der Landkreis Friesland im Sommer 2011 seine zum damaligen Zeitpunkt sehr erfolgreiche Präsenz bei Facebook aufgab, war ich einigermaßen ungehalten. Nicht weil ich die datenschutzrechtlichen Bedenken, die diesem Schritt zu Grunde lagen, für komplett abwegig hielt. Im Gegenteil: Eine kritische Haltung zum Umgang von Facebook, Google und Co. mit unserer Privatsphäre war damals wie heute richtig und wichtig. Allerdings war auch 2011 bereits absehbar, dass sich Facebook für einen relevanten Teil der Menschen zu dem zentralen Ausschnitt ihres Internets entwickeln würde. Es wäre für Behörden geradezu sträflich, diesen Weg nicht zu nutzen.

Seit Frühjahr 2013 ist der Landkreis zurück an Bord. Gemessen Weiterlesen →

LiquidFriesland im Online-Seminar: Partizipation 2.0 – Unsere Demokratie im Netz

Ich bin kurzfristig für einen Vortrag in einem Online-Seminar der Friedrich-Naumann-Stiftung angefragt worden, den ich gerne übernommen habe. Das Seminar läuft schon ein paar Tage und wird nächste Woche weiter fortgesetzt. Verpasste Vorträge können im Archiv nachgeschaut werden.

Naumann Stiftung

Wer Interesse am Thema hat, kann sich hier kostenlos anmelden.

Mein eigener Vortrag zum Thema LiquidFriesland findet am morgigen Freitag, 22. November ab 15 Uhr statt. Ich freue mich über rege Teilnahme.

achtung! Blogger-Kodex: Reaktionen im Überblick

Seit gut drei Monaten ist er nun in der Welt, der von mir angeregte und entworfene Blogger-Kodex [PDF] der Agentur achtung!. Bislang stoßen wir ganz überwiegend auf positive und konstruktiv kritische Resonanz.

Ich persönlich finde ja, wir haben nur das Selbstverständliche zu Papier gebracht. Doch die Rückmeldungen von vielen Bloggerinnen zeigen, dass auch nach gefühlten Jahrzehnten der Diskussion um das Thema das Selbstverständliche in vielen Köpfen nicht anzukommen scheint. Auch von Kundenseite hören wir, dass die Kodifizierung eines Standards eine willkommene Orientierung bedeutet. Eine Basis auf der man an immer besseren Beziehungen bauen kann.

Nachdem ich seit gestern weiß, dass wir das Thema Blogger Relations im Mai nun auch auf der re:publica mit internationalen Gästen vorstellen und diskutieren dürfen, Weiterlesen →

Kolumne in der WZ: “Facebook im Katastropheneinsatz”

Logo Wilhelmshavener ZeitungDie Wilhelmshavener Zeitung hat mich gebeten, von Zeit zu Zeit die Kolumnenspalte auf der Multimedia-Seite zu füllen. Mittlerweile sind wir bei Nummer 4 angekommen. Der Text wird nächste Woche bei WZ online zu lesen sein. Hier gibt es ihn schon heute. 

Als der Landkreis Friesland im Sommer 2011 seine zum damaligen Zeitpunkt sehr erfolgreiche Präsenz bei Facebook aufgab, war ich einigermaßen ungehalten. Nicht weil ich die datenschutzrechtlichen Bedenken, die diesem Schritt zu Grunde lagen, für komplett abwegig hielt. Im Gegenteil: Eine kritische Haltung zum Umgang von Facebook, Google und Co. mit unserer Privatsphäre war damals wie heute richtig und wichtig. Allerdings war auch 2011 bereits absehbar, dass sich Facebook für einen relevanten Teil der Menschen zu dem zentralen Ausschnitt ihres Internets entwickeln würde. Es wäre für Behörden geradezu sträflich, diesen Weg nicht zu nutzen.

Seit Frühjahr 2013 ist der Landkreis zurück an Bord. Gemessen Weiterlesen →

achtung!: Blogger-Kodex

Irgendwann nach 2005 – dem Jahr in dem ich zu Bloggen anfing – setzte sich in der Filterblase Bloggerinnen die euphorische Stimmung durch, dass das Ende der gedruckten Tageszeitung und ihrer unzulänglichen Online-Ableger nahe sein könnte. Die Lücke zu schließen wäre natürlich unsere Aufgabe gewesen. Das war naiv. Mittlerweile haben wir Twitter, Facebook und Instagram. Die Online-Ableger sind nicht mehr ganz so unzulänglich. Und der Bloggerei wurde bereits mehrfach das nahe Ende aus dem Kaffeesatz gelesen. Aber auch das wird nicht eintreten.

Eines lässt sich jedoch ohne Zweifel feststellen. Bloggen ist nicht mehr, was es mal war. Nicht schlechter aber anders. Von den Idealisten, die ein persönliches, politisches und thematisches Anliegen so sehr antreibt, dass sie dieses Internet einfach mal vollschreiben, haben nur die Perlen Bestand. Statt dessen sehen wir zunehmend thematische Blogs, die neben einer Portion Idealismus auch die Aussicht auf Vermarktung antreibt. Besonders weit sind hier die Branchen, die sich um das Thema schönen Lebens bemühen: Mode, Beauty, Lifestyle. Reisebloggerinnen und Automobilistinnen ziehen nach.

Spätestens durch diese Entwicklung sind Blogs für die Kommunikationsindustrie nicht mehr zu vernachlässigen. Bloggerinnen sind dynamische Multiplikatorinnen, aufgeschlossen kritische Begleiterinnen und nicht zuletzt oft gute Texterinnen. Das haben viele Unternehmen und Agenturen mittlerweile verstanden. Woran es aber – das zeigen negative Erfahrungen auf allen Seiten – mangelt, Weiterlesen →

Noch ein Job: Bloggerrelations für achtung!

achtung! LogoAuf der re:publica flöteten es einige Vögelein schön von den Pappschachteln. Seit Mittwoch arbeite ich – vorerst in überschaubarem Umfang – für die keine PR-Agentur und auch keine Werbe- oder Social-Media-Agentur achtung! in Hamburg. Mein Job: Beratung der Teams, Koordination, Qualitätssicherung und Recherchen. Alles im Bereich Blogger Relations oder wie es neuerdings so schön heißt Mikrozielgruppenansprache.

Einmal für achtung! arbeiten zu können, war schon lange auf meinem Wunschzettel notiert. Dem stand bislang jedoch – neben anderen Gründen – die Entfernung von Varel nach Hamburg im Wege. Da ich für meinen Job bei kwizzme aber ohnehin jede Woche nach Hamburg komme, ist nun auch ein Abstecher an den Straßenbahnring drin.

Vorerst werde ich dort nur ein bis zwei Stunden pro Wochen sein und den Rest von zu Hause oder unterwegs abwickeln. Ich bin gespannt, wie sich die Arbeit mit dem – gefühlt – besten Socialmedia Team Deutschlands entwickelt. Ich bin allerbester Dinge.

 

Social Media: Das Blog im Zentrum

Bei fast allen Social Media Projekten, die ich in der Vergangenheit betreut habe, lautete meine Kernempfehlung, ein Weblog als zentrales Instrument einzusetzen. Für mich waren dabei immer zwei Argumente wesentlich:

Zum einen braucht es eine Stelle, an der alle Fäden zusammenlaufen. Auch wenn für die eine Botschaft Twitter der richtige Kanal ist, für eine andere vielleicht Facebook oder  Google+; irgendwo sollte Platz für das ganze Bild sein. Ein Blog eignet sich dabei sowohl als Sender, auf dem ich die Inhalte ursprünglich einstelle, Weiterlesen →

In der Öffentlichkeit Sex haben, oder: Facebook und die Privatsphäre

In nahezu jedem meiner vielen Gespräche über das Internet, Social Media und Facebook kommt ganz unweigerlich das Thema Privatsphäre zur Sprache.

Als jemand, der aus Sicht der überwiegenden Mehrheit (viel zu) viel über sich, seine Arbeit, seine Familie und über Belangloses ins Internet schreibt, sehe ich mich regelmäßig mit Kritik, Erstaunen oder Entsetzten konfrontiert. Kritik, die mich persönlich, das Internet allgemein und natürlich Facebook trifft. Kritik aber auch, der ich mich gerne stelle und deren Diskussion ungemein wichtig ist.

Zwei Dinge sind aus  meiner Sicht bedeutend. Zum einen müssen wir uns gemeinsam den Veränderungen stellen. Das Internet ist ein Faktum, dessen grundlegende Konsequenzen sich nicht radikal ändern lassen. Dies betrifft auch die Erosion der Vorstellungen, die wir bislang von Privatsphäre hatten.

Zum zweiten zeigt ein kulturhistorischer Blick, dass diese Vorstellungen in der Vergangenheit weder von Stabilität noch von Konsens geprägt waren. Möglicherweise Weiterlesen →