Weitere Informationen
[6. Juni 2010 | 3 Kommentare | 3,069 Leser]
Gauck!

Mal ganz offen: Ich bin in erster Linie – ja, ja – dagegen. Dagegen, dass Christian Wulff Bundespräsident wird. Dass ausgerechnet dieser Mann unser Staatsoberhaupt werden könnte, ist für mich ein katastrophales Signal.
Wulff verantwortet die rückwärtsgewandte niedersächsische Bildungspolitik, gegen die ich kämpfe, er steht für Auto- und Atomlobbyismus und … ach, ja …
Mindestens ebenso abstoßend finde ich seinen berechnenden Einsatz von Freundlichkeit und den vorgeblichem Willen zum Interessenausgleich, hinter dem  er geschickt seinen unbedingten Willen zu Macht verbirgt.
Mir ist auch schleierhaft, welchen bedeutenden Akzent er setzten könnte oder wie der …

„Gauck!” weiterlesen...

Vermischtes »

[13. April 2010 | 8 Kommentare | 2,037 Leser]

Ich habe einen äußerst seltenen (seltsamen?!) Vornamen, der sich zudem durch eine eher ungewisse Herkunft auszeichnet. Ich verdanke diesen Vornamen der rebellischen Laune meines Vaters und seiner Sympathie für einen Pastor, der seinen Sohn ein paar Jahre vor meiner Geburt auch so genannt hatte.

djure_kleinWoher der Name eigentlich stammt, ist nach wie vor ungewiss. Es soll Schweden geben, die Djure heißen und wohl auch ein paar Kroaten. Doch auch in diesen Nationen ist der Name eher eine exotische Ausnahme. Wahrscheinlicher ist die Entlehnung aus dem (Ost-)Friesischen. Rund um Leer gibt es viele Familien mit dem Nachnamen Djuren. Es liegt also nahe, dass es den Namen dort auch einmal als Vornamen gegeben hat.

Trotz intensiver Suche habe ich bis heute – außer meinem “Namensgeber” – kaum jemanden finden können, der ebenfalls Djure heißt. Bei Facebook gibt es ganze zwei, in den VZ-Netzwerken nur einen Djure. Und auch   …„Ein Baby namens Djure” weiterlesen…

Medien »

[11. April 2010 | Kein Kommentar | 1,679 Leser]

Mit deutlich gebremstem Schaum setzte die NWZ gestern ihre Berichterstattung über die Tragödie in Hude fort. Statt ausgelöscht wird jetzt nur noch umgebracht. Trotzdem geht es munter weiter im fragwürdigem Boulevardstil.

In einem reich bebilderten Beitrag im Regionalteil wird vier Spalten lang die Trauer einer 15-jährigen Freundin des Toten Mädchens ausgebreitet. “Um ihren Brief [an die tote Freundin] niederzulegen, möchte Janine allein sein”, endet dieser Teil des Artikels. Uups. Und vorher? Wollte sie da wirklich mit der Autorin der NWZ sprechen? War ihr bewusst, was sie da tut? Und was sagen die Eltern der Minderjährigen dazu?

Auch wirkt die – korrekte – Kürzung des Nachnamens der Toten reichlich lächerlich, wenn im gleichen Artikel die vollständige Adresse des Einfamilienhauses der Familie aufgeschrieben steht und erneut unverpixelte Fotos aller Opfer abgedruckt werden. Besonders interessant in diesem Zusammenhang: Fotos die am Freitag noch von “Privat” oder aus dem “Internet” stammten – und für die vermutlich keine Nutzungsrechte vorliegen – kommen am Sonnabend schon aus dem Archiv.

Medien »

[9. April 2010 | 4 Kommentare | 2,701 Leser]

Vier Menschen sind tot. Gestorben in der Kleinstadt Hude zwischen Oldenburg und Bremen. Vermutlich eines gewaltsamen Todes. Auf welche Weise und warum ist weitgehend unklar. Die Umstände legen jedoch nahe, dass es sich um eine innerfamiläre Tat handelt. So weit,  so traurig.

Über den Fall ließe sich knapp und sachlich berichten. Aber das ergäbe weder eine Titelgeschichte noch wäre es Anlass für ein “Spezial” im Internet, mindestens 4 “Bildstrecken” mit bis zu 23 weitgehend aussagelosen Fotos und einen länglichen Beitrag auf NWZ TV.

Also besinnt man sich bei unserer Nordwest-Zeitung auf seine boulevardesken Fähigkeiten und spekuliert – vermutlich nach investigativerpenetranter Befragung von Nachbarn und Einsatzkräften – munter ins Blaue. Und damit das ganze ordentlich nach Qualm riecht, titelt man mit dem Wörtchen ausgelöscht.

Doch damit nicht genug. Natürlich müssen auch Bilder von Menschen her. Auf dem Titel der NWZ finden sich derer drei, deren Bildunterschriften nichts Gutes verheißen. Ich übersetze mal frei ins Deutsche: “Privat” steht vermutlich für “der Nachbarin abgeschwatzt” und “Internet” heißt “aus dem schülerVZ oder Facebook-Profil entwendet”. Beim dritten Foto steht “Archiv”. Im Beitrag von NWZ TV wird das gleiche Bild mit der Quelle “NWZ Inside” untertitelt. Damit hat der Verlag hier zumindest mal die Nutzungsrechte.

Doch warum überhaupt Bilder der Toten? Warum überhaupt Spekulation? Warum überhaupt eine Titelgeschichte? Gibt es irgendein öffentliches Interesse über die reinen Fakten hinaus, so lange nicht klar, ob dritte beteiligt sind?

Nein! Gibt es nicht. Es gibt nur das Interesse, mit dem Schicksal von Menschen Auflage zu machen. Und offenbar keine Skrupel, das Leid unmittelbar Betroffener hintan zu stellen.

Liebe Leute bei der NWZ. Ich bin bekanntlich wirklich gutwillig mit Euch. Aber mit Grenzüberschreitungen dieser Art verbraucht ihr eine Menge Kredit. Ich finde sogenannten Journalismus dieser Art nämlich einfach zum Kotzen.

Medien, Social://Media »

[30. März 2010 | 12 Kommentare | 2,656 Leser]

Die Nordwest-Zeitung dürfte den meisten ihrer Leser als ein durch und durch seriöses Blatt begegnen. Ein solider Überblick über Welt- und Deutschlandpolitik im Mantel. Ein wenig Wirtschaft und Kultur. Natürlich etwas Regionales und viel Sport und Service. Das ganze ruhend auf umfassender lokaler Berichterstattung, die eine gute Balance zwischen Poltik und Vereinsleben findet.

Natürlich gibt es Kritiker, die auf den Boulevard im Mantel zugunsten ernster Themen lieber verzichten würden. Und natürlich ist nicht jeder – das zeigt sich immer wieder – mit der politischen Schwerpunktsetzung der NWZ zufrieden. Alles in allem kommt die NWZ aber als ganz normales – eher überdurchschnittlich gut gemachtes – Lokalblatt daher.

Dazu passt, dass man sich dem Thema Internet zwar nicht verschließt aber eher vorsichtig agiert. Die meisten Artikel sind auch irgendwann online und mittlerweile auch kommentierbar. Es gibt ein gerne genutztes Leserforum und mittlerweile mit Twitter-Accounts, Facebook- und VZ-Profilen auch ein wenig Web 2.0.

Eine ähnliche Vorsicht verströmen   …„NWZ: Nackte Tatsachen neben netten Rätselrackern?” weiterlesen…

Über den Westen »

[30. März 2010 | Kein Kommentar | 2,208 Leser]

Meine alte Heimat Bochum hat kulturell eine Menge zu bieten. Leider geht das im Kulturhauptstadtjahr 2010 bislang ein wenig unter. Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass Bochum sich lange auf Infrastrukturprojekte wie das Konzerthaus konzentriert hat, die inzwischen sämtlich an der Finanzlage der Stadt gescheitert sind.

Inzwischen ist man ein Stück weiter und schaut auf die inhaltlichen Stärken, die Dank eines von Bochumer Agenturen gesponserten Internetauftritts jetzt auch angemessen präsentiert werden können.

Der Pottblogger Jens hat mit dem Bochumer Kulturdezernenten Michael Townsend kürzlich ein ausführliches Gespräch aufgezeichnet und heute veröffentlicht, in dem es vornehmlich um die Bochumer Rolle bei der Ruhr.2010 geht. In dem Interview kommt meine Rolle an einer Stelle indirekt ebenfalls zur Sprache. Wie bereits erwähnt, Bloggen wirkt.

Medien, Vom Jadebusen »

[14. Februar 2010 | 4 Kommentare | 3,522 Leser]

NWZ LogoDie Nordwest-Zeitung (NWZ) ist ein Phänomen. Während die Auflagen von Tageszeitungen deutschlandweit in existenzbedrohender Geschwindigkeit einbrechen – bestes Beispiel ist da wohl die sich wenig erfolgreich abstrampelnde WAZ-Gruppe – sind die Verkäufe der NWZ stabil bzw. steigen sogar leicht an.

Das wirft natürlich Fragen nach den Gründen auf. Aus Kreisen der NWZ wird man auf den erfolgreichen Vertrieb hingewiesen. Offenbar gelingt es den Oldenburgern deutlich besser als anderen Häusern, wirklich jeden Mitarbeiter zum “Abo-Verkäufer” zu machen. Das gilt bis weit in die Redaktionen hinein.

Des weiteren ist Oldenburg und das Umland ein demographisches Paradies. Die Bevölkerung der Stadt wächst – und zwar nicht zuletzt durch Zuzug älterer, gut situierter Menschen. Menschen also, die typischerweise (noch) Zeitung lesen. Im ländlichen Umland sieht die Bevölkerungsentwicklung zwar nicht überall ganz so rosig aus, doch ist hier die Loyalität zu einem Medium natürlich ungleich höher ausgeprägt, als in Ballungszentren.

Bei der taz hat man nun 11 weitere Gründe aufgeschrieben, die das “Meinungsmonopol” der NWZ und damit die Auflage sichern sollen.

In manchem Punkt der taz steckt ohne Frage ein Körnchen Wahrheit drin. Bei anderen – etwa der Rabattkarte – kann man trefflich streiten, ob das für ein Zeitungshaus so in Ordnung geht. Einige Vorhaltungen schließlich sind reichlich weit her geholt.

Ich will hier keinesfalls eine Lanze für die NWZ brechen, sondern nur auf einige Unstimmigkeiten hinweisen.

Zunächst einmal ist ja fraglich, ob zwischen Meinungsmonopol und Auflage überhaupt ein Zusammenhang besteht. Der WAZ-Gruppe – Zeitungsmonopolist bspw. in Essen – scheint das nur wenig zu helfen.

Dann zum Thema Internet. Der Auftritt der NWZ ist sicher nicht der letzte Schrei, ich würde vieles anders machen. Dass die NWZ nicht nach außen verlinkt, stimmt aber so pauschal eher nicht. Ebenso wenig ist es richtig, das NWZ kein Konzept für junge Leser habe. Dass eher das Gegenteil der Fall ist, schreibt die taz – Stichwort Flirtportal – ja sogar selbst. Das mag der taz inhaltlich nicht gefallen. Aber ein Erfolgsmodell ist es schon. Genauso wie die Abos für Ausbildende.

Zum Verhältnis der NWZ zum Oldenburger Oberbürgermeister vermag ich nicht viel zu sagen. Den Teil der NWZ lese ich nicht. Andernorts – in Varel im Fall Funke (gegen die SPD) und in Brake im Fall Schiefke (tendenziell gegen die CDU) – entwickeln die Lokalteile in jüngster Zeit fast so etwas wie Kampagnenfähigkeit.

Der Text der taz sei trotz dieser Anmerkungen jedem Leser der NWZ ans Herz gelegt. Kritische Distanz und eine zweite Sicht auf die Dinge sind gerade bei Zeitungsmonopolen von Zeit zu Zeit sehr heilsam.

Übrigens: Wenn die NWZ eine richtig coole Zeitung wäre, könnte sie auf die Kritik ja mal mit breiter Brust reagieren. Wie wäre es, den Text prominent – und bitte gegen Honarar ;) – ins eigene Blatt zu heben und sich mit der Kritik auseinanderzusetzen. Oder steckt dafür dann doch zu viel Wahrheit drin?